Onkologie-Beirat soll Krebsversorgung in MV verbessern
Onkologie-Beirat soll Krebsversorgung in MV verbessern

In Mecklenburg-Vorpommern wird jedes Jahr bei fast 12.000 Menschen Krebs neu diagnostiziert. Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) betont, dass jeder Krebskranke Anspruch auf eine qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte und erreichbare medizinische Versorgung hat. Ein neu gegründeter Onkologie-Beirat des Landes soll nun dazu beitragen, regionale Unterschiede abzubauen und Kompetenzen zu bündeln.

Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache

Bösartige Tumoren sind nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Mecklenburg-Vorpommern. Jedes Jahr sterben etwa 6000 Menschen im Land an Krebs, etwa jeder vierte Todesfall ist unmittelbare Folge einer Krebserkrankung.

Trotz dieser Zahlen gibt es medizinische Fortschritte und verbesserte Strukturen in der Patientenversorgung und der Krebsforschung. Bereits vor sechs Jahren wurde ein Comprehensive Cancer Center (CCC-MV) mit Standorten in Greifswald und Rostock gegründet.

Zentrum und Investitionen an Universitäten

Das Land fördert das CCC und hat jeweils zwei zusätzliche Professuren an den Universitätsmedizinen in Greifswald und Rostock finanziert, erklärt Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD). Allerdings erreicht das CCC mit seinen Angeboten nur rund 60 Prozent der onkologischen Patienten in MV – insbesondere Westmecklenburg bleibt außen vor.

Ein weiterer Schritt ist die Inbetriebnahme eines Hochleistungs-Genomsequenzierers an der Universitätsmedizin Greifswald, die das Land mit zwei Millionen Euro fördert. Mit dem Großgerät kann die genetische Beschaffenheit von Tumoren punktgenau bestimmt und daraus die wirksamste Behandlung abgeleitet werden. Profitieren werden vor allem die Menschen der Region im Osten des Landes.

Neues Gremium soll Unterschiede abbauen

Regionale Versorgungsunterschiede, die Erreichbarkeit von Behandlern, Probleme beim Übergang aus der stationären in die ambulante Versorgung und Auseinandersetzungen mit Kostenträgern – das sind bestehende Probleme, weiß Prof. Dr. Jörg Haier, Direktor des CCC-Campus an der Universitätsmedizin Rostock. Der neue Onkologie-Beirat, der sich an ähnlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg und Niedersachsen orientiert, soll Lösungen beitragen.

Dem Gremium gehören Vertreter des CCC, weitere Mediziner aus onkologischen Zentren, Vertreter der onkologischen Pflege sowie aus unterstützenden Bereichen wie Psychoonkologie und Kinderpalliativmedizin an. Auch Patientenvertretungen sowie Kranken- und Rentenversicherungen sind beteiligt.

Aufgabe des Gremiums ist es, die Perspektiven aller Beteiligten in Forschung, Lehre und Versorgung im Bereich der Krebsmedizin an einen Tisch zu bringen. Vor allem geht es darum, die Perspektive von Betroffenen systematisch in die onkologische Versorgung, Forschung und die Entwicklung neuer Angebote einzubeziehen sowie Landesregierung und Landtag entsprechend zu beraten.

„Der neue Landesbeirat wird wichtige Impulse liefern, um Versorgung, Forschung und Innovation noch stärker an den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten auszurichten“, verspricht Prof. Haier. „Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Fortschritte möglichst schnell und flächendeckend in die Versorgung zu übertragen.“