Püsserkrug in Schwerin: Entwicklung frühestens ab 2029
Püsserkrug in Schwerin: Entwicklung frühestens ab 2029

Das Wohnquartier „Püsserkrug“ in der Schweriner Gartenstadt wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren nicht entwickelt. Dies geht aus den Antworten von Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) auf Fragen der Fraktion von Unabhängigen Bürgern und FDP in der Stadtvertretung hervor. Die Immobilie ist inzwischen als sogenannte Vorratsfläche in der Bestandsstrategie der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) für die Jahre 2025 bis 2035 eingeordnet. „Konkrete Entwicklungsziele“ verfolge die WGS derzeit nicht, heißt es.

Entwicklung frühestens ab 2029

Eine Entwicklung des Areals an der Ludwigsluster Chaussee soll nach Angaben der Stadt erst erfolgen, wenn das Neubauvorhaben am Berliner Platz, die sogenannte Neue Mitte Neu Zippendorf, realisiert worden ist. Mit einem Projektstart für den Püsserkrug sei deshalb „prognostisch nicht vor 2029“ zu rechnen, erklärt Nottebaum. Je nach gewählter Variante könnte die anschließende Umsetzung drei bis fünf Jahre dauern.

Damit bleibt offen, wann auf dem Grundstück tatsächlich wieder Wohnungen entstehen. Ganz ohne Planungen war der Standort in den vergangenen Jahren aber nicht.

Abriss und Neubau wirtschaftlicher als Sanierung

Nach der Übernahme des Objekts durch die WGS im Jahr 2019 wurde zunächst der Bauzustand untersucht. 2020 folgte ein Nutzungskonzept mit städtebaulicher Entwurfsstudie. Weitere Bebauungsvorschläge, Abstimmungen mit Nachbarn und eine erneute Prüfung der Varianten folgten.

Untersucht wurden vor allem Sanierung sowie Abriss und Neubau. Die WGS kam zu dem Ergebnis, dass ein Abriss mit anschließendem Neubau wirtschaftlicher sei. Begründet wird dies unter anderem mit einer besseren Ausnutzung der Fläche, nachgefragten Wohnungsgrößen, einer längeren Nutzungsdauer und einer besseren technischen Qualität.

Bis zu 138 Wohnungen möglich

Für die städtebauliche Entwicklung des Quartiers, dessen Name auf ein vor fast 50 Jahren abgerissenes Ausflugslokal zurückgeht, sieht das 2022 überarbeitete Konzept den Neubau von 138 Wohnungen vor. Bei einer Sanierung des bestehenden Gebäudes wird dagegen mit 34 Wohnungen gerechnet.

Die aktuellen Kostenschätzungen gehen deutlich auseinander: Für eine Sanierung werden rund 6,9 Millionen Euro veranschlagt, für Abriss und Neubau im Bereich des heutigen Gebäudes 9,1 Millionen Euro. Eine vollständige Entwicklung und Bebauung des gesamten Grundstücks würde nach der auf 2026 hochgerechneten Schätzung rund 37 Millionen Euro kosten.

Gebäude nicht mehr vermietbar

Der bauliche Zustand des Püsserkrugs ist problematisch. Laut Nottebaum ist das Bestandsgebäude stark sanierungsbedürftig und derzeit nicht vermietbar. Für eine Sanierung müsste es vollständig entkernt werden. Größere Schäden an der Gebäudehülle seien jedoch nicht bekannt. Das Objekt ist mit Sicherheitsgittern gegen Einbruch, Vandalismus und unbefugtes Betreten geschützt.

Gleichzeitig wird das leer stehende Gebäude genutzt: Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, SEK, Hundestaffel und weitere Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes trainieren dort.

Verkauf derzeit kein Thema

Auch ein Verkauf an einen privaten Investor ist gegenwärtig nicht vorgesehen. 2023 hatten zwei Kaufinteressenten die Immobilie besichtigt. Einen Beschluss zum Verkauf fasste der WGS-Aufsichtsrat jedoch nicht. Zu einer „vertieften Verkaufsverhandlung“ sei es nicht gekommen, berichtet Nottebaum.

Als Gründe für den bisherigen Stillstand werden unter anderem die Folgen der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges genannt. Unter den damaligen Rahmenbedingungen sei keine realistische Planung möglich gewesen, heißt es. Zudem konzentriere die WGS ihr begrenztes Eigenkapital derzeit auf die Modernisierung vermieteter Bestandsimmobilien.