Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich erneut gegen die Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ gestellt. Im ZDF-„Morgenmagazin“ wies die SPD-Politikerin das Argument zurück, vor allem Gutverdiener und Männer profitierten von der Frührente – mit Blick auf Ostdeutschland.
„Mein Eindruck ist, dass sich die Rentenkommission nicht konkret auch mit der besonderen ostdeutschen Biografie beschäftigt hat“, sagte Schwesig.
In Ostdeutschland gebe es überdurchschnittlich viele Menschen, die 45 Jahre oder auch 47 oder 49 Jahre gearbeitet hätten. Die typische Biografie sei jetzt wie früher, dass viele mit 16 anfingen zu arbeiten und in die Rentenversicherung einzuzahlen. Gerade von Frauen erhalte sie viele Schreiben zur Abschaffung dieser sogenannten Rente mit 63 (aktueller Jahrgang: mit 64,5 Jahren).
Kommissionsbericht sieht andere Profiteure
Im Bericht der Experten-Kommission heißt es, vom abschlagsfreien früheren Rentenzugang profitierten vor allem Besserverdienende, Gesündere und Männer – während Geringverdienende, Personen mit weniger stabilen Erwerbsverläufen und Frauen sie nicht in Anspruch nehmen könnten.
Schwesig hielt dagegen: „Wer mehr arbeitet, muss besser gestellt sein, als wenn er weniger arbeitet.“ Man solle lieber überlegen, wie alle anderen länger arbeiteten und einzahlten. „Denn der Durchschnitt arbeitet nur 37 Jahre und zahlt nur 37 Jahre ein.“
Schwesig an der Seite der Ost-Ministerpräsidenten
Schwesig stellte sich damit erneut an die Seite ihrer drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen), die sich offen gegen die Empfehlung der Rentenkommission gestellt haben.
Schwesig betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern einem Rentenpaket, das die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abschafft, im Bundesrat nicht zustimmen werde. Kretschmer hatte dies beim Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einigen Tagen ebenfalls angekündigt.