Der Streit um den geplanten Ausbau des naturnahen Uferwegs zwischen Zippendorf und Mueß am Schweriner See zwischen der Ortsteilvertretung Schwerin-Zippendorf und der Stadt spitzt sich zu. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt wie die Ortsteilvertretung die Asphaltierung des Weges am Schweriner See entschieden ab und kündigt ein Krisengespräch mit der Stadt an.
Während der Verband vor Eingriffen in einen sensiblen Naturraum, Schäden an Uferzonen und Folgekosten für die Landeshauptstadt warnt, verteidigt die Stadt ihre Pläne mit Verweis auf Fördermittel, politische Beschlüsse und eine aus ihrer Sicht schonendere Bauweise. Der Baubeginn ist nach städtischen Planungen für Oktober vorgesehen. Die Asphaltierung kostet rund 760.000 Euro.
Naturweg liegt im Waldgebiet
„Die Ausführungen der Stadt Schwerin und des städtischen Betriebes SDS lassen erkennen, dass sich die Stadt Schwerin in dem Vorhaben, den Waldweg zu asphaltieren, sehr sicher ist“, sagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND. Der Verband sehe das jedoch grundlegend anders. Nach Angaben von Cwielag ist vor allem die Lage des Weges problematisch.
„Der betroffene Abschnitt in Zippendorf liegt in einem Waldgebiet und verläuft entlang eines Vogelschutzgebietes, am Reppin grenzt er zudem an ein besonders schützenswertes Areal“, argumentiert Cwielag.
Asphaltierung gefährdet Ufer, Bäume und Naturcharakter
Der BUND hält die bisherigen Untersuchungen der Stadt Schwerin und Schutzmaßnahmen für nicht ausreichend. Die örtliche Gruppe des Naturschutzverbandes warnt mit Blick auf die Ausbaupläne des Wanderweges vor dauerhaften Schäden an Ufer, Feuchtflächen und Wurzelwerk der Bäume. Mit der Asphaltierung würden Uferbereiche unwiederbringlich geschädigt, der erforderliche Unterbau zerstöre Wurzeln, die Bäume würden unsicherer, so Cwielag.
Auch die künftige Nutzung des Gebiets spielt in der Kritik eine zentrale Rolle. Nach Einschätzung des BUND würde ein asphaltierter Weg mehr Tempo, mehr Verkehr und damit mehr Unruhe in den Naturraum bringen. Zudem verliere das Gebiet an Charakter. Der Weg gehöre außerdem zum Jakobsweg und zum Naturparkweg.
Streit: Fördermittel versus Folgekosten für Schwerin
Den touristischen Ausbauplänen aus 2015 setzen Ortsteilvertretung und Naturschützer entgegen, dass es für Radfahrer einen befestigten Weg entlang der Crivitzer Chaussee gibt. Besonders deutlich verweist der Umweltbund auf mögliche Folgekosten für die Stadt.
„Wird der Weg mit Fördermitteln ausgebaut, muss Schwerin dauerhaft für Winterdienst, Wegeunterhaltung und Verkehrssicherung aufkommen, einschließlich regelmäßiger Baumkontrollen“, sagt Cwielag. Diese finanziellen Aufwendungen dürften weitaus höher sein als die einmalige Fördersumme für den Ausbau.
Die Stadt Schwerin hält dennoch an ihrem Kurs fest. Bernd Nottebaum, Leiter des Dezernats für Wirtschaft, Bauen und Umwelt, verwies am Dienstag, 11. August, in einem Pressegespräch darauf, dass die Stadt für das Vorhaben das Förderprogramm nutzen werde. „Dem ist eine politische Debatte vorausgegangen, die 2015 in einem Beschluss zum Ausbau des Weges mündete“, so Nottebaum.
Auch die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) verteidigten die Bauweise. Eine Asphaltierung sei der geringere Eingriff als ein Ausbau mit wassergebundener Geröllschicht. In solch einem Projekt müsste der Weg von 2,50 auf 3 Meter verbreitert werden.