TV-Duell: Schwesig lehnt Atomkraftwerke in MV entschieden ab
TV-Duell: Schwesig lehnt Atomkraftwerke in MV ab

Die amtierende Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig hat sich klar gegen den Bau neuer Kernkraftwerke in Mecklenburg-Vorpommern ausgesprochen. „Wir wollen hier nicht das Atomklo von Deutschland werden“, sagte sie im ersten TV-Duell vor der Landtagswahl im Schweriner Schloss.

Streit um mögliche Standorte

Die AfD wolle eine Studie in Auftrag geben, um herauszufinden, wo im Land Kernkraftwerke gebaut werden könnten. „Dann sagen Sie mal den Bürgern, in welchem Ort hier ein Atomkraftwerk hin soll, welche Bürger damit rechnen müssen, dass ihre Gesundheit bedroht ist und ihre Grundstückspreise in den Keller gehen.“

AfD-Landeschef und Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm widersprach Schwesig deutlich. Er stehe selbst als wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion für eine funktionierende Wirtschaft. Die Partei habe nicht im Programm stehen, neue Kernkraftwerke zu bauen, „sondern wir wollen uns bemühen zu erforschen und zu schauen, ob das ein sinnvoller Weg sein kann“.

AfD will Machbarkeitsstudie

Das Wahlprogramm spricht sich für einen „Wiedereinstieg in die Kernenergie“ aus. Wörtlich heißt es: „Bei uns in MV werden wir die kerntechnische Kompetenz in Unternehmen, Behörden und Universitäten gezielt stärken. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wollen wir prüfen, welche Standorte und Technologien für Mecklenburg-Vorpommern langfristig in Betracht kommen.“

In Wahlumfragen liegt die AfD vor der SPD. Der Vorsprung schrumpfte jedoch zuletzt. Am 20. September wird ein neuer Landtag gewählt.