Ronny Möckel, Leiter des Gesundheitsamtes Rostock, ruft zur Grippeschutzimpfung auf und startet dafür mehrere Aktionstage im Stadtgebiet. Erstmals bietet das Amt auch einen Impftermin am Abend an, um Berufstätigen die Impfung zu erleichtern. Eine schwere Grippewelle erwartet Möckel in diesem Jahr nicht.
Keine Anzeichen für große Grippewelle
„Es gibt aktuell keine Hinweise, dass es eine große Grippewelle geben wird“, sagt Möckel. Eine wirklich schwere Grippewelle wie zuletzt 2017/18 mit deutschlandweit bis zu 25.000 Toten sei nicht zu erwarten. Dennoch: „Man kann nie wissen. Die Welle ist mal länger und mal kürzer.“
Der 54-Jährige leitet seit 2024 das Rostocker Gesundheitsamt. Zuvor baute er während der Corona-Pandemie in Bremerhaven einen Krisenstab auf. Von Panikmache hält er nichts – schon beim ersten Corona-Impfstoff riet er davon ab.
After-Work-Impfen im Rathaus
„Oftmals scheitert eine Impfung am Zeitmangel und nicht an der mangelnden Impfbereitschaft“, erklärt Möckel. Deshalb bietet das Gesundheitsamt erstmals ein After-Work-Impfen am Abend an: am Donnerstag, 12. November, von 16.30 bis 20 Uhr im Rostocker Rathaus, Eingang links vom Hauptgebäude. Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht erforderlich.
Eigentlich wollte Möckel bereits im Oktober mit den Impfungen starten. „Da der Impfstoff vom Land dieses Mal jedoch später ausgeliefert wird, geht es erst im November los“, sagt er. „Aber alles noch im Rahmen“, ergänzt er.
Termine und Angebote im Überblick
Die Grippeschutzimpfung ist kostenfrei und an mehreren Standorten möglich. Die Termine: Mittwoch, 4. November, 9 bis 13 Uhr, Rostocker Freizeitzentrum, Kuphalstraße 77 in Reutershagen; Donnerstag, 5. November, 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, Gesundheitsamt, Paulstraße 22; Montag, 9. November, 9 bis 14 Uhr, Rathaus, Neuer Markt 1, Eingang links vom Hauptgebäude; Samstag, 14. November, 9 bis 14 Uhr, ebenfalls Rathaus. Eine Anmeldung ist für alle Termine nicht nötig. Zudem kann man sich dienstags direkt im Gesundheitsamt in der Paulstraße von 10 bis 12 und 13.30 bis 18 Uhr impfen lassen – hier ist eine Anmeldung erwünscht.
Vergangenes Jahr verabreichte das Gesundheitsamt 530 Impfdosen. „Wir sind nicht traurig, wenn es dieses Jahr mehr werden“, sagt Möckel. Der Großteil der Schutzimpfungen läuft nach wie vor über die Hausärzte.
Risikogruppen und Symptome
Vor allem Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Menschen mit erhöhter Infektionswahrscheinlichkeit – etwa Beschäftigte in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen – sollten sich impfen lassen. Eine echte Grippe komme „oft plötzlich, wie ein Hammer“, so Möckel, im Gegensatz zu grippalen Infekten, die schleichend voranschreiten. Hohes Fieber, heftige Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten sowie starke Erschöpfung zählt er als Symptome auf.
Corona bereite dem Gesundheitsamt keine nennenswerten Probleme mehr. „Eine Erkrankung der oberen Atemwege wie andere auch“, sagt Möckel. Seit einiger Zeit bietet das Amt keine Covid-19-Schutzimpfungen mehr an. „Corona ist kein Thema mehr, das uns Angst macht oder in irgendeiner Weise beschäftigt“, so der Leiter des Gesundheitsamtes.