Neues Parksystem am Kreiskrankenhaus Demmin: Besucher scheitern am Automaten
Neues Parksystem: Besucher scheitern am Automaten

Das neue Bezahlsystem für den Parkplatz am Kreiskrankenhaus Demmin sorgt für Unzufriedenheit bei Patienten, Besuchern und Mitarbeitern. Mit der Umstellung auf das digitale Parkplatzmanagement, das eine Gebührenzahlung nur noch per Handy-App, Paypal oder Karte zulässt, werden offenbar vor allem der älteren Generation Steine in den Weg gelegt.

Probleme beginnen für Senioren schon beim Handy

Da kein Bargeld mehr am Automaten angenommen wird, scheinen viele Besucher den Parkplatz nicht mehr so gerne zu nutzen wie zuvor. Häufig beginnen die Probleme damit, dass Nutzer kein Smartphone besitzen oder dabeihaben. Aber auch generell stehen gerade viele ältere Autofahrer der Nutzung von Onlinebanking oder Handyapps skeptisch gegenüber, berichten einige aus dieser Altersgruppe.

Manche haben zwar ein Smartphone oder ihre Bankkarte dabei, scheitern aber letztendlich an den Vorgängen am Automaten. Auch wenn das neue Bezahlsystem an der Einfahrt und auf Erklärungstafeln ausführlich erklärt wird, fällt den Autofahrern die Kennzeicheneingabe oder der Bezahlvorgang am Automaten schwer, so die Rückmeldungen.

Kritik von Mitarbeitern und Ausweichen auf andere Parkplätze

Aber auch einige Mitarbeiter des Krankenhauses finden das neue System unmöglich. Vor allem in Bezug auf ihre Patienten. „Die Bezahlung mit Karte zeugt von Abzocke. Bei Bezahlung mit Paypal wird eine zusätzliche Servicegebühr von 1 Euro berechnet. Ältere Leute haben keine Chance mehr, mit Bargeld zu zahlen, und kommen mit der Technik nicht klar“, berichtet eine Mitarbeiterin von den Erfahrungen.

Das neue System soll eigentlich das Parken durch ein automatisches System erleichtern. Beim Ein- und Ausfahren wird das Kennzeichen des Fahrzeugs erkannt, es muss kein Ticket mehr gezogen werden. Bevor der Parkplatz nach dem Aufenthalt im Krankenhaus verlassen wird, muss dann an einem Automaten das Kennzeichen eingetragen und die Gebühr bezahlt werden. Dies ist auch per Smartphone über die App „EasyPark“ möglich. Für die App könnten allerdings zusätzliche Kosten anfallen.

Das neue System sorgt allerdings nicht nur für Frust und Unsicherheit bei den Krankenhaus-Besuchern, die aus der gesamten Grenzregion zwischen Mecklenburgischer Seenplatte und Vorpommern kommen und teilweise sogar darüber hinaus. Sie sind auch auf dem Parkplatz und an den drumherum liegenden Stellflächen sichtbar.

Während an vielen Tagen Leere auf dem Krankenhausparkplatz herrscht, sind sowohl die nahe Adolf-Pompe-Straße als auch der Lidl-Parkplatz bis auf die letzte Stellfläche zugeparkt. Was neue Probleme schafft.

Geschäftsführer: Umstellungsphase sorgt für Probleme

Krankenhaus-Geschäftsführer Kermit Behnisch sieht das Problem nicht so dramatisch, wie er auf Nordkurier-Anfrage erläutert. Für ihn liegen die Probleme zunächst an der Umstellungsphase. Er hofft, dass das neue Parksystem nach der Umgewöhnung zu einem einfacheren Parken führt.

„Uns ist bewusst, dass die Einführung eines neuen Parksystems zunächst eine Umgewöhnung bedeutet und nicht bei allen Nutzerinnen und Nutzern sofort auf Zustimmung stößt. Mit der Umstellung auf die digitale Kennzeichenerfassung möchten wir das Parken auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Demmin langfristig einfacher und komfortabler gestalten“, sagt er.

Dass das Ziehen des Parktickets entfällt und auch das Kleingeld der Vergangenheit angehört, sind für den Leiter des Krankenhauses eher positive Aspekte. Er sieht erst mal nur die Vorteile, verspricht aber, die Kritik der Patienten und Besucher des Krankenhauses ernstzunehmen und den Weg weiter zu begleiten.

„Das neue System bietet viele Vorteile und entspricht einer zunehmend verbreiteten Form des digitalen Parkplatzmanagements. Hinweise und Erfahrungen unserer Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher nehmen wir ernst und werden die Abläufe auch weiterhin aufmerksam begleiten“, erklärt Kermit Behnisch.