Der Verein ProFuchs Deutschland hat beim Veterinäramt des Landkreises in Güstrow Anzeige wegen Qualhaltung von Füchsen erstattet. Die Tiere werden in einer Anlage am Karower Mühlbach nahe Lüssow gehalten, die offenbar auch für die Baujagd genutzt wird. Zudem befindet sich die Anlage auf einem Schießstand.
Stress und Todesangst für die Tiere
Die Füchse werden in ein enges Betonröhren-System, sogenannte Schliefanlagen, getrieben, wo sie von Jagdhunden aufgespürt werden. Dabei erleiden die Tiere nach Augenzeugenberichten immer wieder schwere, nicht selten tödliche Verletzungen. Die Baujagd ist aus Tierschutzsicht rechtswidrig, wird aber dennoch praktiziert.
Thomas Mitschke, Vizechef von ProFuchs Deutschland, zeigt sich entsetzt: „Ein Schuss am Schießstand kann einen Schalldruckpegel bis 178 Dezibel erreichen. Das liegt bereits deutlich über der menschlichen Schmerzgrenze. Füchse aber haben ein arttypisch besonders sensitives Gehör.“ Die Tiere seien den Knallgeräuschen offenbar schutzlos ausgesetzt. In der „intensiv genutzten“ Anlage betreffe dies zwei Silber- und einen Rotfuchs.
Anzeige mit detaillierter Begründung
In der Anzeige heißt es: „Diese sich ständig wiederholende hohe Geräuschbelastung durch hohe Schallpegel, kurzzeitig hohe Schallspitzen oder stundenlanger Dauerschall droht Sinnes- und Nervenzellen bei den Füchsen zu zerstören oder hat diese schon zerstört … Mit hoher Sicherheit leiden die Füchse in der Anlage an Anspannung, Angst, Nervosität und chronischen Schlafstörungen.“
ProFuchs Deutschland fordert eine Verbotsverfügung für die Haltung der Füchse und eine zeitnahe Beschlagnahmung. Der Verein hat bereits eine artgerechte Unterbringung in einem Artenschutzzentrum organisiert und bietet den Transport an. Geklärt werden soll auch, woher die Füchse stammen, da Wildfänge nicht erlaubt sind.
Betreiber schweigt, Behörde prüft
Angezeigt ist der Verein für Jagd-Teckel e.V. Arbeitsgemeinschaft Güstrow und Waren. Vereinschef Norbert Brüggemann wollte auf Nachfrage keine Auskunft geben. Die Behörde will der Anzeige nachgehen und die Vorwürfe prüfen, wie Kreissprecherin Juliane Hinz mitteilte. Mitschke kritisiert jedoch das zögerliche Handeln, da die Anzeige bereits am 19. Juni gestellt wurde.