Ein ausgebüxter Berberaffe hat am Mittwoch und Donnerstag die Mitarbeiter des Ueckermünder Tierparks in Atem gehalten. Am Mittwoch lief er gegen 19 Uhr über die Mühlenfeldstraße neben dem Zoo und kletterte auf Bäume. Das Männchen entzog sich den Blicken und dem Zugriff von Polizei und Tierpflegern, sodass es am Abend nicht mehr eingefangen werden konnte.
Lockmittel und Sicherheitsmaßnahmen
Am Donnerstag versuchten die Tierpfleger, das Tier mit Leckerlis zu locken. „Wir versuchen, ihn mit Leckerlis zu locken“, sagte Tierparkdirektorin Katrin Töpke. Frisches Obst wie Melone und Weintrauben nehme er gern an. Doch ihn von den Bäumen oder von einem Gewächshaus, auf dem er zwischenzeitlich saß, zu locken, gelang nicht so ohne Weiteres.
Anders als bei der Flucht im vergangenen Jahr, als zehn Affen über den Gehegezaun ausbüxten, riss der Berberaffe dieses Mal nicht aus dem Affenwald aus. Katrin Töpke ist überzeugt, dass die Spaziergänge außerhalb des Geheges für die 25 Tiere jetzt wirksam unterbunden werden können. Dafür waren im vergangenen Jahr einige Bäume gefällt und Äste am Rand der Anlage entfernt worden, die die Affen für Bungee-Sprünge genutzt hatten. Auch einige Zaunfelder seien gerichtet worden.
Flucht aus der Quarantänestation
Das Männchen riss dieses Mal aus einer Quarantänestation aus, erklärte die stellvertretende Tierparkdirektorin Agata Furmann-Böttcher. Dort war laut Tierpark-Chefin ein Schieber nicht richtig geschlossen worden. Ein Mitarbeiter habe vergessen, den Bereich richtig zu verriegeln.
In die Quarantänestation war das Männchen gebracht worden, weil es in gut zwei Wochen in einen Zoo auf der spanischen Insel Teneriffa wechseln soll. Dort solle er im Monkey Park heimisch werden und offenbar für Nachwuchs sorgen. Dafür sei er ausgewählt worden, so Katrin Töpke. Am Nachmittag kam dann die Meldung, dass der Berberaffe von allein in sein Absperrgehege zurückgekehrt ist.
Zuchtprogramm und Koordination
Die Entscheidung für den Tierpark-Wechsel sei vom EEC, dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für bedrohte Arten des Europäischen Zooverbands (EAZA), getroffen worden, informierte die Tierparkdirektorin. Dort werde auch entschieden, ob und wann die Berberaffen im Ueckermünder Zoo wieder Nachwuchs bekommen sollen.
Laut dem Verband Zoologischer Gärten werden europaweit Zoos und Aquarien in den Programmen koordiniert, um den Erhalt und die langfristige genetische Vielfalt vieler bedrohter Tierarten in menschlicher Obhut sicherzustellen. Derzeit gebe es Programme für mehr als 400 Tierarten. Die teilnehmenden Zoos hätten sich verpflichtet, ihren Tierbestand zu managen und Daten über ihre Tiere zu sammeln. Außerdem würden sie Fortpflanzungen sorgfältig planen, um Inzucht zu vermeiden, und könnten gegebenenfalls Tiere für die Zucht an andere Zoos abgeben.