Ein mutmaßlicher Falschfahrer hat am Dienstagabend auf der A20 in Vorpommern einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Beamten konnten den Wagen jedoch nicht stoppen und suchen nun Zeugen.
Notrufe zwischen Anklam und Jarmen
Gegen 22 Uhr meldeten mehrere Verkehrsteilnehmer per Notruf ein Auto, das entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs war. Nach Angaben von Jennifer Sänger von der Polizeiinspektion Stralsund wurde das Fahrzeug zunächst zwischen Anklam und Jarmen in Fahrtrichtung Lübeck gemeldet, soll sich aber auf der Richtungsfahrbahn in Richtung Stettin befunden haben.
Der Geisterfahrer fuhr offenbar weiter bis zur Anschlussstelle, wo er auf ein Polizeifahrzeug traf. Dabei kam es zu einer Gefährdung des Funkstreifenwagens, aber glücklicherweise zu keinem Verkehrsunfall.
Sechs Funkstreifenwagen im Einsatz
Im Verlauf des Einsatzes waren sechs Funkstreifenwagen unterwegs. Sie sollten Anschlussstellen schließen und weitere Gefährdungen verhindern. Zudem wurden Stop-Sticks bereitgelegt, um das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand zu bringen. Dazu kam es jedoch nicht – die Polizei verlor die Spur des Wagens.
Die Beamten vermuten, dass die Person am Steuer die Fahrtrichtung eigenständig änderte und sich so einer Kontrolle entzog. Die Ermittlungen laufen nach Paragraf 315c des Strafgesetzbuches, der grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Verhalten betrifft, das Leib oder Leben anderer gefährdet.
Hinweise erbeten
Bei dem gesuchten Wagen handelt es sich vermutlich um ein hochwertiges, dunkelblaues Elektrofahrzeug, möglicherweise mit norwegischem Kennzeichen. Wer gefährdet wurde oder Angaben machen kann, soll sich beim Autobahn- und Verkehrspolizeirevier unter der Telefonnummer 038326/57212 melden.
Die Polizei weist darauf hin, dass man einen Falschfahrer nicht verfolgen oder anhalten sollte. Stattdessen solle man über den Notruf 110 die Polizei verständigen und Standort, Fahrtrichtung, Fahrzeugtyp, Farbe und Kennzeichen mitteilen. Bei einer Warnung sollte man die Geschwindigkeit reduzieren, Abstand halten und möglichst weit rechts fahren. Der Seitenstreifen sollte freigehalten werden.