Leiche in Brandruine in Waren gefunden – Explosion ungeklärt
Leiche in Brandruine in Waren gefunden

Nach einem verheerenden Brand in Waren-Ost ist in der Ruine eines Wohnhauses eine Leiche gefunden worden. Das Gebäude Am Pappelgrund war in der Nacht zuvor in Vollbrand geraten, eine Explosion riss beide Giebelwände weg. Der Bewohner der Obergeschosswohnung wird weiterhin vermisst, die Identität der geborgenen Leiche ist noch ungeklärt.

Knall weckt Anwohner

Einige Anwohner berichten, dass sie von einem lauten Knall geweckt wurden. Andere hätten das Unglück erst bemerkt, als Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte eintrafen. Das Haus stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Vollbrand, die Flammen schlugen weithin sichtbar aus dem Gebäude.

Am Vormittag sitzt vielen der Schreck noch in den Gliedern. Angesichts der Zerstörung seien sie vor allem froh, selbst unverletzt geblieben zu sein. Die Feuerwehr konnte zudem verhindern, dass die Flammen auf benachbarte Gebäude übergriffen. Nachbarn versorgten während des Einsatzes auch die Feuerwehrleute.

Bewohner und Haus

Über den vermissten Bewohner erzählen Nachbarn von einem Mann, der sich über Jahre um das Haus gekümmert und vieles selbst instand gehalten habe. Seine Mutter habe dort früher eine Allianz-Vertretung betrieben. Nach Informationen des Nordkurier soll es innerhalb der Familie seit längerer Zeit Streit um das Gebäude gegeben haben.

Nachbarn berichten, der Mann habe nach dem Tod seiner Eltern ein lebenslanges Wohnrecht besessen. Das Erdgeschoss sei bereits seit längerer Zeit weitgehend leer gewesen, er selbst habe im Obergeschoss beziehungsweise Dachgeschoss gelebt, das nun völlig ausgebrannt ist. Was davon mit dem Brand in Zusammenhang stehen könnte, ist derzeit völlig offen.

Einsatz und Bergung

Um 4.58 Uhr war die Warener Feuerwehr zunächst wegen eines unklaren Feuerscheins alarmiert worden, um 5.07 Uhr folgte eine weitere Alarmierung per Sirene. Bereits auf der Anfahrt war zu erkennen, dass das Haus in Vollbrand stand. Nach Angaben von Feuerwehrsprecherin Eileen Bensch wurden durch eine Explosion beide Giebelwände weggerissen. Das Obergeschoss brannte vollständig aus.

Wegen akuter Einsturzgefahr war das Obergeschoss zunächst nicht begehbar. Auch eine Rettungshundestaffel aus Neubrandenburg suchte mit drei Hunden nach dem Vermissten. Wegen der Branddämpfe musste die Suche zeitweise unterbrochen werden.

Erst nach dem Ende der Löscharbeiten konnten die Beamten das Haus betreten. Dabei wurde eine Leiche geborgen, die noch nicht identifiziert werden konnte. Die Ermittlungen dauern an.

Insgesamt waren am Vormittag 76 Kräfte und Mitarbeiter von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Sanitätszug, Rettungshundestaffel, Notfallseelsorge, Verwaltung und Stadtwerken beteiligt. Auch eine Drohne kam zum Einsatz. Angehörige des Vermissten wurden vor Ort von einem Notfallseelsorger betreut.

Ob die Explosion den Brand ausgelöst hat oder eine Folge des Feuers war, ist bisher unklar. Ein Brandursachenermittler der Kriminalpolizei soll klären, wie es zu dem verheerenden Feuer kam. Es wurde zunächst Anzeige gegen unbekannt wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung aufgenommen.