95 Millionen Euro: So soll die neue Meiningenbrücke aussehen
95 Millionen: So soll die neue Meiningenbrücke aussehen

Die neue Meiningenbrücke bei Zingst soll rund 94,7 Millionen Euro kosten und künftig Autos, Züge, Radfahrer und Fußgänger über den Meiningenstrom führen. Das Bauwerk ist das teuerste Einzelprojekt der geplanten Reaktivierung der Darßbahn.

Planfeststellungsverfahren gestartet

Das Straßenbauamt Stralsund hat am 31. Juli 2026 die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren an die Anhörungsbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern übergeben. Damit beginnt das Baurechtsverfahren für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region. Das geht aus dem aktuellen Projektstand des Straßenbauamtes Stralsund hervor.

Geplant ist ein rund 500 Meter langes Bauwerk mit getrennten Überbauten für Straße und Eisenbahn auf gemeinsamen Gründungen. Auf der Ostseite ist ein eigener Radweg vorgesehen. Im Bereich der Schifffahrtsrinne soll eine bewegliche Waagebalken-Klappbrücke entstehen.

Bedeutung für die Urlaubsregion

Die Brücke ist eine zentrale Zufahrt für die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Wer Zingst aus Richtung Barth erreicht, nutzt die Verbindung über den Meiningenstrom. Die heutige Verkehrslösung ist ein Provisorium: Die historische Meiningenbrücke aus dem Jahr 1910 ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Seit April 2012 läuft der Straßenverkehr ganzjährig zweispurig über eine Behelfsumfahrung, deren Brücke sich mehrmals täglich öffnet und in der Urlaubssaison regelmäßig zu Staus führt.

Kosten und Finanzierung

Die Kostenschätzung des Landes basiert auf dem Kostenstand Februar 2024. Die Landesregierung weist in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Landtag darauf hin, dass die Ansätze mit fortschreitender Planung regelmäßig aktualisiert werden.

Für das Gesamtprojekt der Darßbahn von Barth bis Prerow werden rund 204 Millionen Euro angesetzt. Davon entfallen rund 49,2 Millionen Euro auf den Abschnitt Barth–Bresewitz, 94,7 Millionen Euro auf die Meiningenbrücke, weitere 24,2 Millionen Euro auf Bresewitz–Zingst ohne Brücke sowie 35,9 Millionen Euro auf Zingst–Prerow.

Die Finanzierung sieht rund 147 Millionen Euro Bundesmittel, etwa 51 Millionen Euro Landesmittel sowie rund sechs Millionen Euro von der Usedomer Bäderbahn vor. Für zuwendungsfähige Schienenanteile wird mit einer Förderung von bis zu 90 Prozent gerechnet. Die Bundesmittel müssen allerdings noch beantragt und genehmigt werden.

Darßbahn und Rückbau

Mit der Reaktivierung soll die Bahnstrecke wieder bis Prerow führen. Nach vollständiger Inbetriebnahme ist ein stündlicher Verkehr der Linie RB 25 zwischen Prerow und Stralsund vorgesehen. Einen belastbaren Starttermin für den Bau der Meiningenbrücke gibt es nicht. Zunächst muss das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden. Die Landesregierung geht für die vollständige Inbetriebnahme von den 2030er-Jahren aus; abschnittsweise Inbetriebnahmen sind zuvor möglich.

Das neue Bauwerk soll dort entstehen, wo sich heute die historische Meiningenbrücke befindet. Zum Projekt gehört neben dem Neubau auch der spätere Rückbau der alten Brückenbauwerke.