Bäckerei Ohm in Wildberg: 150 Brote täglich und ein Dorfladen als Herz der Gemeinde
Bäckerei Ohm in Wildberg: 150 Brote täglich und ein Dorfladen

Die Bäckerei Ohm in Wildberg versorgt ihre Kunden seit über 30 Jahren mit frischen Backwaren und zusätzlich mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten konnte das Familienunternehmen einen guten Kundenstamm aufbauen. Täglich werden hier 150 Brote gebacken, an Wochentagen 1.600 Brötchen und am Wochenende 2.600 Brötchen, dazu kommen Kuchen und Torten.

Ein Familienbetrieb mit langer Tradition

Gegründet wurde die Bäckerei am 28. September 1992 von Eckhard Ohm und seiner Frau Karla. Vor vier Jahren feierte das Unternehmen sein 30. Firmenjubiläum. Heute wird die Bäckerei von den Töchtern Doreen Hoddow und Katrin Ohm geleitet. Doreen ist für den Verkauf zuständig, Katrin kümmert sich um die Backstube.

„Es gab während der 30 Jahre auch sehr schwierige Zeiten, wie gerade jetzt. Für unsere Bäckerei benötigen wir jährlich 13.000 Liter Öl, zweimal im Jahr muss der Tankwagen kommen. Bei den stetig steigenden Preisen ist es nicht leicht, so eine Bäckerei zu führen“, sagt Doreen Hoddow.

Ein Dorfladen mit mehr als nur Backwaren

Die Bäckerei verkauft neben ihren Backwaren auch Waren des täglichen Bedarfs. „So haben wir unter anderem Butter, Brotaufstrich, Eier, Getränke, Joghurt, Käse und Wurst im Angebot“, schildert Doreen Hoddow. Die Waren bezieht die Bäckerei über die Bäko, den Backring Nord, der über die Bela versorgt wird. Dieser Großhändler beliefert vor allem Nahverkaufsstellen, Kioske und Tankstellen.

„Alles ist Discounterware, nur der Honig kommt aus der Nachbarschaft“, sagt Doreen Hoddow. Die Eier würde die Bäckerei gerne auch aus der Nachbarschaft beziehen, „das geht aber leider nicht“, erläutert sie. Die Hühnerhalter vor Ort sind meist Privatpersonen, die ihre Hühner als Hobby halten. Sie drucken keinen Erzeugercode auf die Eier und dürfen diese daher nicht an gewerbliche Betriebe verkaufen.

Kleine Eiererzeuger haben es schwer

Kleinsteiererzeuger können nur an Privatleute verkaufen, nicht an gewerbliche Betriebe wie Nahverkaufsstellen. „Wir sprachen dann einen Eierbetrieb aus der Region an“, betont Doreen Hoddow, „aber dem waren unsere Verkaufszahlen zu gering.“ In der Vergangenheit wurden Mastanlagen mit Subventionen gefördert, wodurch Halter mit einer kleinen Anzahl an Hühnern weniger Chancen hatten, wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Region sind kaum noch kleine Eiererzeuger zu sehen.

Die Subventionspolitik hatte auch weltweite Folgen: Durch die Überproduktion wurden nicht beliebte Hühnerteilstücke von Deutschland aus nach Asien und in die Dritte Welt geliefert. Dortige Geflügelerzeuger und Kleinbauern wurden ruiniert, weil ein deutsches Masthuhn in Afrika billiger war als ein afrikanisches.

Backwaren bleiben das Hauptgeschäft

Der Verkauf von Lebensmitteln ist nur ein Nebengeschäft, den Umsatz bringen die Backwaren. Diese werden seit über drei Jahren auch auf dem Wochenmarkt in Neubrandenburg verkauft. „In einer Zeit, wo die Preise enorm steigen und niemand weiß, wie sich die Zukunft entwickelt“, so Doreen Hoddow, „ist es wichtig, dass kleine Läden und Einkaufsstellen erhalten bleiben.“

Gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen der Arbeit wegen in die Städte ziehen und ältere Menschen allein in den Dörfern zurückbleiben, sei der Bedarf da. „Selbst für junge Familien ist es neben Kindergärten sehr wichtig, wenn es einen Verkaufsladen im Dorf gibt“, macht Doreen Hoddow deutlich. „Auch dann, wenn sie den größten Teil ihrer Lebensmittel in den Einkaufsmärkten in der Stadt einkaufen.“

Die Bäckerei sponsert mit großem Erfolg zahlreiche Vereine in der Gemeinde. „Die Bürgermeisterin Beatrix Papke sagte zu unserem 30. Firmenjubiläum: Ihr seid das Herz der Gemeinde“, berichtet Doreen Hoddow. „Die Mitglieder der Vereine wissen zugleich, wir können sie nur dann sponsern, wenn bei uns eingekauft wird. So besteht ein Kreislauf, der für die Gemeinde sehr wichtig ist.“