In der Zippendorfer Ortsteilvertretung hat Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) die geplante Asphaltierung des Radwegs zwischen Mueß und Zippendorf verteidigt. Bei seinem ersten Besuch in einer Ortsteilvertretung als Verwaltungschef am Mittwochabend in der „Strandperle“ räumte er Fehler bei der Kommunikation ein, blieb in der Sache aber hart. Ein Bürger schimpfte: „Warum wird die Natur zerstört? Es hat keinen Sinn, bitte sparen Sie das Geld!“
Hintergrund und Kosten
Der ufernahe Weg durch den Wald zwischen Mueß und Zippendorf soll asphaltiert werden. Ehlers verwies auf einen Stadtvertreter-Beschluss von 2015, der die Optimierung des Radwegenetzes in der Stadt vorsehe. Dank der Förderung durch das Land habe die Stadt nun die finanziellen Mittel, um die Lücke auf dem Residenzstädte-Rundweg bis Ende des Jahres zu schließen.
Knapp 800.000 Euro soll die Asphaltierung der gut einen Kilometer langen Strecke auf einer Breite von 2,50 Meter kosten, inklusive Planung. Etwa 80.000 Euro hätte die Stadt aus eigener Tasche aufzubringen.
Kritik von Umweltschützern
Ortsteilvertretungsvorsitzender Thilo Kreimer brachte die Stimmung im voll besetzten Saal auf den Punkt: „Wir schaffen nicht Natur, wir kleistern sie zu“, sagte der Zippendorfer Peter J. Harke. Auch Eike Klemkow, Sprecher der Interessengemeinschaft Schweriner Seen und Umland, und Peter Krieg von den Schweriner Wanderfreunden wandten sich gegen die Pläne. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte das Projekt bereits im Vorfeld aus ökologischen Gründen kritisiert und auf den komfortablen Radweg entlang der Crivitzer Chaussee hingewiesen.
Kompromissvorschlag und mögliche Folgen
Maren Dierkes, Sachgebietsleiterin für Investitionsmanagement bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS), betonte, es gehe darum, den Schotterweg dauerhaft zu befestigen und die Qualität für Radfahrer zu verbessern. Mit der geplanten Asphaltierung werde bewusst nicht tief in den Waldboden eingegriffen. Hasko Schubert, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Mueß, warb für das Vorhaben und verwies auf den gültigen Beschluss der Stadtvertretung.
Thilo Kreimer schlug für die Zippendorfer Vertretung eine Kompromisslösung vor, bei der nicht die gesamte Strecke asphaltiert würde. Einen solchen Antrag könnte die Politik in der Sitzung der Stadtvertretung am 14. September stellen. Laut Jannes Lenferink, SDS-Bereichsleiter für Öffentliches Grün, bekäme die Stadt dann allerdings kein Fördergeld und bliebe auf den Planungskosten von 55.000 Euro sitzen.