Ernüchternde Tourismus-Bilanz in der Mecklenburgischen Seenplatte
Ernüchternde Tourismus-Bilanz in der Seenplatte

Die Tourismusbranche in der Mecklenburgischen Seenplatte blickt auf eine ernüchternde Saison zurück. Der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte in Röbel hat bei einzelnen Unternehmen angefragt. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich und durchwachsen aus, sagt Christin Drühl, Leiterin für Marketing und PR beim Tourismusverband.

Probleme bei mittleren Preisen und langen Mindestaufenthalten

Vor allem Unternehmen mit mittleren Preisen und Angeboten hätten Probleme. Sie hätten in diesem Jahr die Preise senken müssen. Angesichts höherer Energie- und Personalkosten führe das auf Dauer aber zum Problem. Generell lasse sich sagen, dass Qualität ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, erklärt Christin Drühl.

Auch Unterkünfte mit festgelegten Anreisetagen und langen Mindestaufenthalten hätten es in diesem Jahr schwer gehabt. Christin Drühl erklärt das mit einem Trend zu kurzfristigen und kürzeren Buchungen.

Weniger Übernachtungen und Erlöse in Waren und Röbel

Ein größerer Kanuverleih berichtete von 10 bis 15 Prozent weniger Umsatz. Auf dessen eigenem Wasserwanderrastplatz habe es außerdem 10 Prozent weniger Übernachtungen gegeben. Ähnlich ergehe es einem Ferienpark, dessen Auslastung 15 Prozent unter dem Vorjahr liege.

Die Touristinformation in Waren habe ähnliche Zahlen wie die Nachbarin in Röbel: 3 Prozent weniger Übernachtungen und 7 Prozent weniger Erlöse. Die Gründe dafür seien auch dort die angespannte wirtschaftliche Lage, ein kurzfristiges Buchungsverhalten, hohe Energie- und Reisekosten sowie Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Auch eine eingeschränkte Erreichbarkeit und die nicht fahrende Nationalparklinie am Sonntag habe für Kritik gesorgt.

Mitgliederbefragung zeigt gemischtes Bild

Mitte Juli habe der Tourismusverband zudem eine Mitgliederbefragung zum aktuellen Buchungsstand für August und September durchgeführt. 25 Prozent meldeten sich zurück, davon 28 Betriebe mit weniger Buchungen im Vergleich zum Vorjahr, berichtet Christin Drühl. Für 16 Betriebe sei die Situation gleich geblieben und nur 4 Betriebe meldeten mehr Buchungen als im Vorjahr.

Digitale Kampagne für die Nachsaison gestartet

Lediglich die Bereiche Camping, Schulklassen- und Gruppenangebote sowie sehr hochpreisige Angebote blieben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Weil aber insgesamt die Lage eher durchwachsen gewesen sei, habe der Tourismusverband für die Nachsaison eine digitale Kampagne gestartet, die sich an den Wünschen der Mitglieder orientiere, so Christin Drühl. Im Fokus der Kampagne lägen die Stärken der Region: Natur und Landschaft, Aktivurlaub, Ruhe und Erholung, Baden und Wasser sowie Familienangebote.

Die Kampagne solle Paare, Aktivurlauber, Familien und Ruhesuchende ansprechen, die kurzfristig noch Urlaub für den Spätsommer oder Frühherbst planen. Die Kampagne laufe schwerpunktmäßig über Suchmaschinenwerbung, Soziale Medien, Portale, die eigene Website und Verbandskanäle. Auf der Homepage des Tourismusverbands www.mecklenburgische-seenplatte.de sei dafür die Seite mit dem Titel „Zehn gute Gründe für den Herbsturlaub“ eingerichtet worden. Die reichen von Sternstunden in der dunklen Nossentiner Heide über die Klarwasserseen in der Feldberger Seenlandschaft bis zum Amazonas des Nordens im Peenetal.