Der ehemalige Prenzlauer Ortsbrandmeister Wolfgang Loose sucht auch im Ruhestand den Nervenkitzel. Mit 70 Jahren wagte er am Wochenende seinen zweiten Tandemsprung aus 4000 Metern Höhe – ein Erlebnis, das er bereits zu seinem 65. Geburtstag von seiner Frau geschenkt bekam.
Absprung nach Gewitterverzögerung
Eigentlich war der Sprung für den 21. Juni in Gransee geplant, doch ein schweres Gewitter mit Wolkenbruch stoppte das Vorhaben. Der Veranstalter, die GoJump GmbH, verschob den Termin aus Sicherheitsgründen. Am Sonntag, dem 26. Juli, war es dann so weit: Loose sprang zusammen mit seinem 49-jährigen Schwiegersohn und seinem 22-jährigen Enkel.
Nach einer theoretischen Einweisung – unter anderem über Arm- und Beinhaltung, Schutzanzug und -brille – ging es in die Maschine. „Die Zeit, bis diese die Höhe von 4000 Metern erreicht hat, kam mir unendlich lang vor“, schildert Loose. Mitarbeiter der GoJump GmbH sprangen zuerst mit Videokameras, dann folgte Loose mit seinem Tandemmaster Fernando, gesichert durch Gurte.
Freier Fall mit 200 km/h
Mit einer Erdbeschleunigung von 9,81 N/kg ging es im freien Fall dem Erdboden entgegen – mit 200 Stundenkilometern. „Unbeschreibliche 50 Sekunden. Wir hatten Glück, dass wir direkt in die Wolken hineinsprangen und so den Moment erlebten, indem wir plötzlich nach dem Wolkennebel die Erde unter uns sahen“, begeistert sich Loose. Während der freien Fallphase wirbelte er mehrfach um die eigene Achse, bis sich nach etwa 1500 Metern der Fallschirm öffnete. Sein Tandemmaster gab ihm die Seile in die Hände, sodass Loose den Schirm bei starkem Wind teilweise selbst steuern konnte – mit einer Punktlandung auf dem markierten Kreuz.
Wiederholung zum 90. Geburtstag geplant
Von diesem nicht ganz billigen Spaß für wenige Minuten habe er persönlich mehr als von einem mehrstündigen Konzert mit Helene Fischer, das mindestens genauso teuer gewesen wäre, bekennt Loose. Die Altersgrenze für Tandemsprünge liegt nach seinen Angaben bei 90 Jahren. „Spätestens zu meinem 90. folgt eine Wiederholung“, kündigt der 70-Jährige an: „Die 50 Sekunden des freien Falls sind der ultimative Kick.“