In Feldberg soll ein kleines Museum entstehen, das die Geschichte der Feldberger Seenlandschaft erzählt. Das Projekt ist wichtig für die Region und soll im alten Spritzenhaus untergebracht werden. Mit Joachim Schumann konnte ein erfahrener Museumsgestalter als Projektleiter gewonnen werden. Er hat ein Team um sich versammelt, das in verschiedenen Bereichen Know-how einbringt.
Projektleiter stellt Pläne vor
Der kuratorische Arbeitskreis, dem unter anderem Gemeinderatsvorsteherin Monika Friedrich, Dr. Stefan Knüppel vom Falladamuseum, Anne Petzold von der Naturparkverwaltung, Kristin Söcknick von der Kurverwaltung, Ortschronist Frank Schütze und Nancy Stein vom Bauamt angehören, hat sich getroffen. Dabei stellte Schumann den aktuellen Stand der Themen und ihre geplante Reihenfolge vor. Die Immobilie gehört der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft.
Die Ausstellung soll mit der Eiszeit beginnen, die als Ursprung der besonderen Schönheit der Landschaft mit ihren Hügeln und Seen gilt. Nirgendwo sonst lassen sich alle Elemente einer glazialen Serie in lehrbuchhafter Qualität entdecken. Fragen wie die Entstehung des schmalen Luzins oder die Bedeutung von Windkantern und Gletschermühlen sollen beantwortet werden. Das Museum soll auch ein außerschulischer Lernort sein.
Von der Steinzeit bis zur Gegenwart
Nach der Besiedlung hinterließen die Menschen vor allem in der Jungsteinzeit und Bronzezeit Spuren, so Schumann. Ein weiterer Schwerpunkt ist die slawische Geschichte, insbesondere die Höhenburg am breiten Luzin. Der Dreißigjährige Krieg löschte die Bevölkerung fast aus, doch die Gegend erholte sich und veränderte sich.
Für die Arbeit in den Glashütten wurde viel Holz benötigt, später wich sie dem Ackerbau. General Blücher musste auf der Flucht vor Napoleons Truppen die Seensperre umgehen und machte bei Schlicht Rast. 1848 schuf der Erddamm über den Luzin eine Verbindung und beendete Feldbergs Abgeschiedenheit. Bald darauf entdeckte der Tourismus die Landschaft, Besucher kamen aus Berlin, unter anderem mit der Bahn in 135 Minuten, wie ein Reiseführer aus den 1930er Jahren berichtet.
In der DDR wurden die Seen ein Ziel für Wasserwanderer. Aus Feldberg wurde eine kleine Stadt und später eine große Gemeinde mit Kneippkurort-Status. Rund 30 Ortsteile gehören dazu, alle mit eigener Geschichte und Sehenswürdigkeiten.
Digitale Anwendungen und geplante Eröffnung
Das kleine Gebäude am Weidendamm soll mit Texten, Bildern, Grafiken und Exponaten gefüllt werden, ergänzt durch digitale Anwendungen. Geplant ist ein horizontales Relief der Landschaft, auf das Besucher per Beamer Themen und Orte projizieren können. Das Museum richtet sich an Bewohner und Besucher.
Nun soll das Projekt in die Ausschreibung gehen, um ein Gestaltungsbüro zu finden. Im Frühjahr nächsten Jahres soll die Ausstellung hergestellt werden, die Eröffnung ist für Ende 2027 geplant. Der Eintritt ist kostenfrei, das Museum wird saisonal öffnen. Die Gemeinde erhielt rund 40.000 Euro aus dem Vorpommern-Fond und circa 232.000 Euro aus dem Leader-Programm der EU.