Hämatom feiert Album-Jubiläum in Neubrandenburger Konzertkirche
Hämatom feiert Album-Jubiläum in Konzertkirche

Die Metal-Band Hämatom tritt am 21. August in der Neubrandenburger Konzertkirche auf. Anlass ist das zehnjährige Jubiläum ihres Albums „Wir sind Gott“. Die Kirche feiert in diesem Jahr zugleich ihr 25-jähriges Bestehen und bietet eine große Spanne an Künstlern.

Erster Kirchenauftritt für Hämatom

Zum ersten Mal spielt die Band aus Speichersdorf in Oberfranken diese Songs in einer Kirche. Das Album „Wir sind Gott“ erschien 2016 und erreichte für vier Wochen Platz fünf der deutschen Charts. Pastoralreferent Mathias Fuchs unterstützt die Veranstaltung mit einer Predigt.

Die Musiker treten unter ihren Künstlernamen auf: Nord (Thorsten Scharf), Ost (Jacek Zyla), Rose (Annika Jaschke) und Süd (Frank Jooss). Die Band besteht seit 20 Jahren. Nach dem Tod des Bandmitglieds West (Peter Haag) kam Rose dazu.

Masken und Musikrichtung

Bekannt sind die Musiker für ihre individuellen Masken. „Man identifiziert sich immer mehr mit seiner Maske. Es war schon von Anfang an eine Spinnerei, die sich von Jahr zu Jahr weiterentwickelte“, sagt Schlagzeuger Jooss. Seine Maske ist inzwischen ein bunter Totenkopf.

Die Songtexte der Band bezogen sich anfangs auf europäische Märchen, heute prägen Gesellschafts- und Sozialkritik die Lieder. Laut Jooss ist Hämatom nicht nur für Metal-Fans interessant, sondern auch für Menschen, die sich für Texte und Inhalte begeistern. Die Band bewegt sich zwischen Groove Metal, Thrash Metal und Neuer Deutscher Härte.

Albumtitel mit tieferer Bedeutung

„Die Menschheit glaubt Gott zu sein und führt sich auf, als wäre sie Gott. Sie glaubt alles noch im Griff zu haben, aber eigentlich eskaliert alles komplett“, erklärt Jooss die Bedeutung des Albumtitels. Er selbst sei anfangs skeptisch gewesen, habe aber seinen Irrtum eingesehen. Das Album erschien am Karfreitag, passend zum religiösen Thema. Damals kontaktierten sie mehrere Pfarrer, um den Song im Konfirmandenunterricht oder Gottesdienst zu besprechen.

Mit dem Album stieg die Bekanntheit der Band. Für sie sei es ein nostalgischer Moment, das Werk erneut in der Konzertkirche zu präsentieren. Der Songtitel sei aktueller denn je: „Wenn ich jetzt zehn Jahre zurückdenke, erschien mir damals alles schon düster und dunkel. Das ist nicht zu vergleichen mit jetzt.“ Die Fortsetzung „Wir sind Gott II“ erschien im Februar und knüpft an diese Themen an.

Engagement und Zukunft

In Erinnerung an ihren Bassisten West gründete die Band die „West Music Foundation“. Damit ermöglicht sie sozial benachteiligten Menschen den Zugang zur Musik. Seit 2025 spielt Hämatom zudem Konzerte in der Ukraine als Zeichen der Solidarität.

„Je älter ich werde, desto spannender oder zweifelsfreier mache ich eigentlich Musik“, erzählt Jooss. Nach dem Jubiläumskonzert geht die Band auf ihre „Gagamania“-Tour. Weitere Informationen gibt es unter www.haematom.de.