Jarmen: Kreisverkehr an L35 nach 20 Jahren offiziell freigegeben
Jarmen: Kreisverkehr an L35 offiziell freigegeben

Mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes in Landesfarben ist am Donnerstag in Jarmen der neue Kreisverkehr an der L35 offiziell freigegeben worden. Mehr als 260 Zuschauer verfolgten die Zeremonie, bei der auch Wirtschaftsminister Wolfgang Blank zur Schere griff.

Die Umgestaltung der Kreuzung der L35 mit der innerstädtischen Hauptstraße war in weniger als einem Jahr nach dem ersten Spatenstich abgeschlossen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten hatten sich Jarmener um eine solche Lösung an diesem ehemaligen Knoten von B96 und B110 bemüht. Erst 2022 kam bei einem Lokaltermin mit dem damaligen Wirtschaftsminister Reinhard Meyer Bewegung in die Sache.

Musterbeispiel für neues Verfahrenstempo

Planung und Bau gingen vergleichsweise schnell und problemlos über die Bühne. Der Chef des Straßenbauamtes Neustrelitz, Jens Krage, sprach von einem Musterbeispiel für ein neues Verfahrenstempo. Grund für die Umgestaltung waren Probleme bei der Einsehbarkeit der Straßen.

„Mit dem neuen Kreisverkehr beseitigen wir eine bekannte Unfallhäufungsstelle und schaffen mehr Übersicht und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – für Autofahrer ebenso wie für Fußgänger und Radfahrer“, erklärte Wolfgang Blank. Der Minister verwies auf die verbindende Funktion der Anlage, denn die L35 beziehungsweise B96 ist die historische Hauptroute zwischen Berlin und Stralsund samt der umliegenden Ostseeküste sowie Rügen.

Miniaturbrücke und Leuchtbuchstaben im Innenkreis

Die Stadt Jarmen versteht sich seit jeher als Brückenstadt und manifestiert das nun mit der individuellen Gestaltung des inneren Rondells. Dort ließen sie ein 7,50 Meter langes Modell „ihrer“ nahen Flussbrücke errichten, versehen mit dem Werbeslogan „JARMENsch, DAS' JA SCHÖN HIER!“ in großen Leuchtbuchstaben.

Mit einem Außendurchmesser von 32 Metern ist die Anlage auch für Schwerlast- und Großraumverkehr ausgelegt. Für besonders breite und lange Transporte lässt sich die extra asphaltierte Hälfte des Innenkreises nutzen, dafür müssen nur die steckbaren Absperrungen entfernt werden.

Vier neue Fußgängerüberwege und moderne Technik

Für Fußgänger und Radfahrer schufen die Bauleute neue und getrennte Querungshilfen mit Mittelinseln und Zebrastreifen. Dadurch hat Jarmen auf einen Schlag vier neue Fußgängerüberwege erhalten. Zudem wurden die Geh- und Radwege im Bereich der Kreuzung erneuert und eine Anlage zur Regenwasserbehandlung errichtet.

Laut SBA-Chef Krage habe die Kommune hier das Modernste in Sachen Kreisel bekommen, was derzeit geht. In der Region am mittleren Peenetal existiert bisher nichts Vergleichbares – die nächsten Kreisverkehre gibt es erst in Greifswald, Demmin und Anklam.

Kosten und Bauzeit

Die Gesamtkosten belaufen sich nach Ministeriumsangaben auf mehr als 1,6 Millionen Euro. Das Land übernahm rund 1,2 Millionen, auf die Stadt entfielen rund 500.000 Euro, wobei Schwerin ihr rund 250.000 Euro aus der kommunalen Straßenbauförderung zukommen ließ.

Die Maßnahme war mit einer halbseitigen Sperrung der wichtigen Verkehrsverbindung verbunden, einige Wochen sogar mit Vollsperrungen. Wolfgang Blank betonte: „Mein Dank gilt allen, die dieses Projekt geplant und umgesetzt haben, ebenso den Anwohnern sowie allen Verkehrsteilnehmern für ihre Geduld während der Bauzeit.“

Erleichterung über die Freigabe dürfte in mancher innerörtlichen Straße von Jarmen herrschen, die Kraftfahrern als Ausweichroute diente, vor allem bei den Anwohnern der engen Burgstraße. Auch aus umliegenden Dörfern und Gemeinden kamen Gäste zur Übergabe, aus Tutow sogar mit dem Rad. In den sozialen Medien gibt es neben Beifall und Lob auch fast etwas Neid: „Toll, was in Jarmen alles bewegt wird. In Gützkow stehen wir im Sommer wie die Affen, erst beim Lidl und dann noch mal an der Ampel, weil die Urlauber da langfahren, da wäre doch ein Kreisverkehr angebracht“, postete eine Frau. Und aus Demmin ist zu lesen: „Toll. Demmin bekommt so was nicht hin, obwohl viele schöne Vorschläge eingereicht wurden.“