Gesundheitsamt stoppt Schwimmkurse für Kinder in Ueckermünde
Kinder-Schwimmkurse in Ueckermünde gestoppt

Seit Jahren nutzten Zweitklässler und Kita-Kinder das Schwimmbad im Pflegeheim Pommernmühle in Ueckermünde für Wassergewöhnungskurse. Eine Anordnung des Gesundheitsamtes des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat das nun untersagt. Der Inhaber und Geschäftsführer Holm Kolata erwägt, das Bad Ende des Jahres ganz zu schließen.

Verbot von Sportunterricht und Personenbegrenzung

Das Gesundheitsamt untersagte im Juni 2025 die Nutzung des Bades für Sportunterricht von Schulklassen, Kindergärten oder Vorschulgruppen. Zudem durften nur noch zehn Personen pro Stunde und maximal acht gleichzeitig im Becken sein. Hintergrund waren Mängel, die das Amt festgestellt hatte.

Kolata und Hausleiterin Susann Mau ließen daraufhin den Sanitär- und Duschbereich sanieren und die Schwimmbadtechnik erneuern – Kosten: 50.000 Euro. Auch eine Nutzungsordnung und ein Hygieneplan wurden erstellt. Dennoch galt die Anordnung im Jahr 2026 weiter.

Streit um Annahmen des Gesundheitsamtes

Kolata hält mehrere Annahmen der Behörde für falsch. So sei die Annahme, dass bei einem Besuch mit 18 Kindern alle gleichzeitig im Wasser seien, unzutreffend. Die Lehrer oder Erzieher würden darauf achten. Auch die Behauptung, die Kinder urinierten generell ins Wasser, wies er als Unterstellung zurück.

Ein veröffentlichtes Foto mit 15 Personen sei ein Abschlussfoto gewesen. Bei einer Kontrolle im Juni 2026 sei die Kursleiterin mit ins Wasser gestiegen, sodass neun statt acht Personen im Becken waren. Auch die Zahl von 49 Kindern aus Strasburg, Pasewalk und Ueckermünde sei falsch: Die Kinder aus Strasburg und Pasewalk hätten den praktischen Teil im Lindenbad Pasewalk absolviert.

Coliforme Keime längst beseitigt

Im April 2025 waren coliforme Keime im Wasser entdeckt worden. Das Becken wurde sofort gesperrt und nach einer Spezialreinigung wieder freigegeben. Kolata betont, die Keime seien längst beseitigt. Er nehme dreimal täglich Messungen vor, einmal monatlich komme ein Labor.

Eine Berechnung des Kooperationspartners Ospa, die 15 Personen pro Stunde als möglich ausweist, sei vom Gesundheitsamt ignoriert worden. Der Geschäftsführer zahlte wegen Übertretungen ein Zwangsgeld von 6000 Euro. Ihm droht eine weitere Strafe von 10.000 Euro.

Keine Einigung mit dem Landkreis

Gespräche mit der Kreisverwaltung und dem Landrat blieben erfolglos. Kreissprecher Florian Stahlkopf teilte mit, das Gesundheitsamt habe im Rahmen seiner gesetzlichen Zuständigkeit gehandelt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, zu Einzelheiten könne er sich nicht äußern.

Kolata bedauert, dass die Zahl der Nichtschwimmer in Ueckermünde zunehmen werde. Da das Bad ein Zuschussgeschäft sei, denkt er über eine Schließung zum Jahresende nach. „Dabei geht es doch nur um 18 Vormittage im Jahr.“