Mit einem Maßnahmenpaket für zwanzig Handlungsfelder will Mecklenburg-Vorpommern sich für extreme Wettersituationen wie Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit rüsten und so wirtschaftliche Schäden vermeiden. Die von der Landesregierung verabschiedete Klimaanpassungsstrategie definiert nicht nur Ziele und Maßnahmen, sondern auch Zeitrahmen für deren Umsetzung.
Handlungsfelder und Schwerpunkte
Die Felder reichen vom Bauwesen über Stadt- und Raumplanung bis zu Bildung, Forschung und Gesundheit. Schwerpunkte sind unter anderem der Waldumbau zu klimaverträglicheren Mischwäldern, die Sicherung der Lebensmittelproduktion durch Förderung klimatoleranterer Anbaukulturen sowie ein konsequenter Gewässerschutz und die Sicherung der Grundwasserreserven.
Land erwärmt sich schneller
Mecklenburg-Vorpommern erwärmt sich schneller als der weltweite Durchschnitt. Seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 stieg die mittlere Temperatur nach Angaben des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt bereits um 2,5 Grad an. Die Zahl der heißen Tage über 30 Grad Celsius hat sich im Vergleich zu den 1950er Jahren verdreifacht, während die Zahl der Eistage mit Dauerfrost um zwei Drittel zurückging.
Moorschutz bleibt verbindliches Ziel
Ein wesentliches Handlungsfeld ist der Moorschutz. Nasse Moore gelten als einer der besten CO2-Speicher. Ihre Trockenlegung zur landwirtschaftlichen Nutzung soll schrittweise beendet werden. Klimaschutz- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sagte bei der Vorstellung der Strategie: „Die Wiedervernässung aller Moore bleibe verbindliches Ziel – allerdings nicht mit der ideologischen Brechstange, sondern auf Basis freiwilliger Vereinbarungen mit Bodeneigentümern und Landwirten.“ Zugleich solle sichergestellt werden, dass auf wiedervernässten Moorflächen landwirtschaftliche Wertschöpfung erfolgen kann.
Verbindlichkeit und Fortschreibung
Sieben Ministerien haben an der Strategie mitgearbeitet. Die Maßnahmenpakete sind für alle Ressorts verbindlich, ungeachtet der Zusammensetzung einer künftigen Regierung. Laut Klimaverträglichkeitsgesetz will die Landesverwaltung bis 2030 klimaneutral sein, für das ganze Land ist 2045 als Zieljahr festgeschrieben. Die Strategie soll als „lebendes Dokument“ alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Ein digitales Klimafolgen-Monitoring wird schrittweise aufgebaut; erste Module sind bereits unter klima.mv online.