Kontroverser Elfmeter bringt SpVgg Torgelow-Ueckermünde um Pokalüberraschung
Kontroverser Elfmeter kostet SpVgg den Pokal

Die Spielvereinigung Torgelow-Ueckermünde ist in der zweiten Runde des MV-Cups ausgeschieden. Vor 180 Zuschauern in der Gießerei-Arena unterlag der Landesligist dem Verbandsligisten FC Förderkader Rene Schneider aus Rostock mit 0:2 (0:0). Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit, nachdem die Gastgeber lange leidenschaftlich dagegengehalten hatten.

Strittiger Elfmeter in der 56. Minute

In der 56. Minute kam es zum entscheidenden Moment. Im Zweikampf mit Sverre Latta spielte SpVgg-Kapitän Christoph Gehrke nach eigener Wahrnehmung klar den Ball. Schiedsrichter Danny Gerth, der die Szene von hinten beobachtete, entschied dennoch auf Foul und zeigte auf den Punkt. Bjarne Böhm verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0 für die Rostocker.

Die Entscheidung sorgte bei den Gastgebern für Unverständnis. „Ich hatte klar den Ball gespielt“, ärgerte sich Gehrke. Auch Ben Tiede konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen: „Selbst der Gegner hatte gesagt, dass unser Kapitän zuerst den Ball spielte. Schade.“

Starke Paraden von Hannes Justin

Der FC Förderkader hatte über weite Strecken deutlich mehr Ballbesitz, doch die Abwehr der Spielvereinigung stand sicher. Wenn etwas durchkam, war Keeper Hannes Justin zur Stelle. Gleich sechsmal brachte er die Gäste mit starken Paraden zur Verzweiflung. „Schön, dass ich den Rückenwind von der Mannschaft bekommen hatte. Das hat motiviert. Ich bin relativ zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Justin nach der Partie.

In der ersten Halbzeit kontrollierte der Verbandsligist die Partie und kam auf gefühlte 80 Prozent Ballbesitz. „Da war unser Problem der Spielaufbau. Da müssen wir uns leider selbst an die eigene Nase fassen. Da waren wir zu hektisch“, analysierte Tiede selbstkritisch.

Späte Entscheidung und bitteres Ende

Kurz nach Wiederanpfiff jubelten die Gastgeber, doch ein Treffer von Tiede zählte wegen Abseits nicht. In der Schlussphase warf Torgelow alles nach vorn. Kay Reinke hatte in der 73. Minute die große Möglichkeit, doch FC-Keeper David Neitzel musste nur einmal ernsthaft eingreifen. Kurz darauf foulte Luca Valentin Lüth Gehrke mit gestrecktem Bein auf Höhe der Mittellinie hart und sah nur Gelb. Der Kapitän musste mit einem dicken Fuß ausgewechselt werden.

Je mehr die Gastgeber im K.o.-Duell riskierten, desto größer wurde die Gefahr eines Konters. In der 90.+1 Minute nutzte Leopold Großklaus den freien Raum und machte mit seinem Treffer zum 2:0 alles klar. Nur wenig später sah SpVgg-Abwehrmann Tom Habeck in der 90.+3 die Gelb-Rote Karte.

Trainer ziehen Bilanz

Die Enttäuschung bei den Gastgebern war riesig. „Wir müssen uns eingestehen, dass wir verdient verloren haben“, bilanzierte SpVgg-Trainer Tom Röhl. Gleichzeitig zeigte er sich enttäuscht über die Leistung mit dem Ball: „Leider haben wir es nicht geschafft, mit dem Ball ein gutes Spiel abzuliefern.“

Ganz anders die Stimmung beim Sieger. FC-Trainer Jörg Rutkowski war erleichtert: „Dass es nicht einfach wird, in Torgelow zu bestehen, war uns vorher klar. Uns ist es gelungen, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Als Torgelow noch einmal Oberwasser bekam, haben wir das souverän verteidigt. Wir sind stolz, dass wir eine Runde weiter sind.“

Trotz des Aus blickte Tiede bereits nach vorn: „Mund abwischen. Nächste Woche geht’s weiter.“ Am Samstag geht es in der Landesliga Ost zum SV Barth.