Rund 200 Besucher haben am Sonnabend das erste Kulturpicknick auf Schloss Bröllin erlebt. Sie konnten in zwei Kunst-Proben hineinhören, Büffel-Pizza probieren und am Abend unter freiem Himmel einen Film sehen. Das bestätigte Katharina Husemann, Vorsitzende des Schlossvereins.
Klänge, Tanz und Friedrich der Große
Die Gäste erlebten außergewöhnliche Klänge, Gesang, Malerei, gesprochene Worte und Tanz. Die US-amerikanische Tänzerin und Choreografin Sara Shelton Mann probte gemeinsam mit Jesse Zaritt und Niall Jones eine neue Performance. Sie brachten Großstadt-Feeling und sehr spezielle Kunst in das Dorf. Alle Kunstelemente fügten sie zu einer Performance zusammen, die vom 14. bis 16. August im Berliner Dock 11 unter dem Titel „L2/Are we listening“ Premiere feiern wird.
Der Choreografin gehe es darum, aus ihrem eigenen Leben und von eigenen Eindrücken zu erzählen, sagte Sabine Oehm, Verantwortliche des Residenzprogramms. In diesem Jahr sei 14 Künstlergruppen die Teilnahme an dem Programm auf Schloss Bröllin ermöglicht worden, so Oehm. Dazu zählten auch die amerikanische Choreografin und das Regieduo Federico und Wenzel Vöcks de Schwindt.
Musiktheater über Friedrich den Großen
Das Regie-Duo erzählte in seiner öffentlichen Probe tausend kleine Dinge aus dem Leben von Friedrich dem Großen, die es zusammengetragen hatte und nun zu einem Musiktheaterstück formen will. Auch wenn das Duo auf ein mögliches Schwulsein des preußischen Königs anspielte, betonte es: „Es geht uns nicht um einen Beweis, dass er queer war.“ Die historischen Quellen lieferten keine eindeutige Antwort.
Das Duo legte in seinen Recherchen offen, wie stark der spätere König unter seinem Vater zu leiden hatte. Erwähnt wurden der straffe Tagesablauf als Kind, das täglich um 5.30 Uhr aufstehen musste, viele Auseinandersetzungen mit dem Vater und die Hinrichtung eines engen Freundes, die Kronprinz Friedrich miterleben musste. Die Regisseure zeigten auch auf, wann es enge Männerkontakte gegeben haben könnte.
Nun wollen Federico und Wenzel Vöcks de Schwindt zusammen mit Schauspielern und Opernsängern eine Performance bauen. Sie soll Anfang kommenden Jahres in Berlin und auf Tour aufgeführt werden, kündigte Katharina Husemann an. Der Opernsänger Johannes Worm gab in Bröllin bereits einen gesanglichen Vorgeschmack.
Büffel-Pizza und Eis aus der Region
Davor, dazwischen und danach konnten die Picknickgäste es sich bei Kaffee, Kuchen, Softeis aus dem Eisbus Gabi und am Pizzastand von Herrmann Teinzer gutgehen lassen. Teinzer bot zusammen mit Christopher Neumann vom Büffel- und Schafhof eine neue Pizzakreation mit Salami, Schinken und Mozzarella von Züsedomer Büffeln an. Die war stark nachgefragt, sodass Herrmann Teinzer vorzeitig ein Ausverkauft-Schild an seinen Stand hängen musste.
Wer immer noch nicht genug Kultur hatte, konnte am Abend den Kinofilm „Zweigstelle“, den der Schlossverein organisiert hatte, unter freiem Himmel anschauen.