Die Gemeinde Kummerow am Kummerower See wird sich vorerst nicht der Kurabgabe in den Erholungs- und Tourismusorten in Mecklenburgs Schweiz anschließen. Das gab Bürgermeister André Ebeling bekannt.
Fehlende Sanitäranlage als Hindernis
„Für eine Kurabgabe müssen wir erst einmal die Voraussetzungen erfüllen“, sagte Ebeling. Aus seiner Sicht fehlt es an einer entscheidenden Einrichtung: einer öffentlichen Toilette. „Eine Sanitäranlage wäre doch die Mindestvoraussetzung, um eine Kurabgabe zu erheben“, so der Bürgermeister.
Dabei verfügt Kummerow über einen Hafen mit Gastronomie, einen Badeplatz und ein Schloss mit Parkanlage. Die Schloss-Türen sind jedoch geschlossen, nachdem die Fotografie-Ausstellung abgezogen ist.
Das „Millionen-Klo“ als Problemfall
In der Vergangenheit sorgte das öffentliche Pissoir in Kummerow für Aufsehen. Das in den 1990er Jahren mit Fördermitteln, Chromstahl und elektronischen Sensoren eröffnete „Nobel-Klo“ oder „Millionen-Klo“ war landesweit bekannt. Der Landesrechnungshof war von den hohen Kosten beeindruckt. Seit Jahren ist die Anlage geschlossen. Bürgermeister Ebeling nennt Vandalismus-Schäden, veraltete Ausstattung und zu prüfende Zuleitungen als Gründe.
Keine Kurabgabe ohne Toilette
Ohne eine öffentliche Toilette wird Kummerow keine Kurabgabe erheben. Übernachtungsgäste gibt es nur in wenigen Ferienwohnungen, die ein Abrechnungssystem benötigen würden. In den anderen Orten wie Malchin und Neukalen wird die Kurtaxe ab dem kommenden Jahr erhoben. Auch dort ist noch unklar, wie Tagesgäste zur Kasse gebeten werden können.