Die Stadt Loitz ist bekannt für ihre Graffiti. Gestaltete Hausgiebel an der Hauptstraße, etwas versteckte Street-Art meistens an alten Fabrikgebäuden, abseits vom Trubel, ziehen viele interessierte Blicke auf sich. Graue Fassaden mit bunten Bildern etwas Leben einzuhauchen kam und kommt bis heute, zwar nicht bei allen Einwohnern, doch bei den meisten, immer wieder gut an.
Eine Stadt bekommt Farbe
Nun soll die Stadt noch etwas bunter werden. Unter dem Motto „Loitz wird Leinwand: Eine Stadt bekommt Farbe“ werden nämlich Künstler aktiv. Das allerdings alles andere als im Verborgenen. „Ganz im Gegenteil, wir möchten, dass die Einwohner, Besucher, jeder, der sich für die Gestaltung von Flächen in der Stadt interessiert, dazu kommt“, sagte Thomas Winkler. Der Demminer gehört zu denen, die diese Aktion begleiten und mit organisieren. Der Peenestädter, der seit Jüngstem auch zum Demminer Stadtparlament gehört, ist bei der aktuellen Loitzer Aktion für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.
Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen
„Eine Woche lang bekommt Loitz einen neuen Anstrich, allerdings nicht mit Pinsel und Farbeimer“, macht er neugierig auf mehr. Vom 14. bis 20. September wird die Stadt zur Leinwand für Kunst, Musik und Begegnung. Ziel sei es unter dem Titel „Loitz – à la Coleur“ eine besondere Kunst- und Kulturwoche mitten in der Stadt anzubieten, die vor allem eines möchte, nämlich „Menschen zusammenbringen“. Professionelle Künstlerinnen und Künstler werden dabei ausgewählte Fassaden in der Innenstadt gestalten. Wer neugierig ist, könne ihnen dabei über die Schulter schauen, die Entstehung der Kunstwerke verfolgen und direkt mit den Kunstschaffenden ins Gespräch kommen. Einige von ihnen sind in unter den Namen prestige connection, Schrill oder ARTunique aktiv. Zu denen, die ab 14. September künstlerisch in Aktion treten, gehört auch der Loitzer Hein Lohe.
Die Akteure und ihre Arbeit kennenzulernen, wird ab dem 14. September an folgenden Standorten möglich sein: an der Rückseite des Hauses Markt Nummer 161, Lange Straße Nummer 53, 81 und 82 sowie an der Goethestraße 39 und schließlich im Wohnviertel „Am Kiewitt“, dort konkret an der Nummer 29, teilten die Organisatoren auf Nordkurier-Nachfrage mit.
Zwei Ausstellungseröffnungen an einem Tag
Das Rahmenprogramm startet am 18. September um 15 Uhr mit einer Ausstellungseröffnung in der Galerie PeeneRei, Lange Straße 91. Gezeigt werden Graffiti und Street-Art aus MV auf Leinwand. Gleich zu einer zweiten Vernissage wird an diesem Tag in die Galerie Blaue Baustelle, Lange Straße 67, eingeladen. Beginn ist um 18 Uhr. Dort werden Arbeiten des Fotografen Paul Torsten Hahn präsentiert.
Wie viel Kultur in nur einen Tag passt, ist am 18. September in Loitz live zu erleben, denn um 20 Uhr geht es mit einem Konzert in der Marienkirche weiter. Dort tritt das Duo „Kutterscholle mit Speckstippe“ auf.
Am 19. September steht dann ein Graffiti-Workshop für Jung und Alt auf dem Programm. Der soll von 13 bis 17 Uhr auf dem Gelände der kleinen Kirchenwiese direkt an der Marienkirche stattfinden. Zudem werden um 14 und 16 Uhr alle Interessierten zu einer historischen Stadtführung entlang einiger Wandbilder eingeladen. Startpunkt ist jeweils am KulturKonsum in der Peenestraße 8.
Projektabschluss am Wahlsonntag in St. Marien
Am MV Landtags-Wahltag, 20. September, findet das gesamte Projekt, mit einem Literaturgottesdienst in der Marienkirche seinen Abschluss. Kurz und knapp heißt es in der Ankündigung „Momo“ von Michael Ende. Die Besucher dürfen somit gespannt sein, wie konkret dieser Gottesdienst gestaltet wird. Er beginnt um 10 Uhr.
Schon im Vorfeld stellen sich die Fragen: Wer steht eigentlich hinter diesem Projekt? Wer sind die Initiatoren? „Hinter dem Projekt steht ein Kollektiv aus Künstlern und engagierten Menschen aus Loitz und Umgebung“, heißt es in der Ankündigung. Am Ende „soll nicht nur Farbe an den Wänden bleiben. ‚Loitz – à la Couleur‛ möchte zeigen, wie viel Kultur, Kreativität und Gemeinschaft in einer kleinen Stadt stecken können.“