Der Sonntag ist für viele Menschen unantastbar – für die gebürtige Mecklenburgerin Verena Lukaschik könnte er gern auch ein Einkaufstag sein. In einem Kommentar spricht sie sich klar für eine Reform des Ladenschlussgesetzes aus.
Unterschiedliche Sichtweisen in Deutschland
Auffällig ist, wie unterschiedlich die Diskussion in Deutschland geführt wird. In einer Social-Media-Debatte in Baden-Württemberg wurde der Sonntag immer wieder als unantastbarer Familientag bezeichnet. In Mecklenburg hingegen, das durch die Bäderregelung bereits Sonntagsöffnungen kennt, ist man flexibler. Hier herrscht auch am siebten Tag Leben – in Welterbestädten und an der Ostseeküste.
Belebte Innenstädte statt geschlossener Türen
Lukaschik betont, dass belebte Innenstädte Lebensqualität schaffen. Sie genießt es, wenn Menschen unterwegs sind, Cafés besucht werden und Geschäfte zum Stöbern einladen. Eine tote Innenstadt am Sonntag empfindet sie als unattraktiv. Hinzu kommt der praktische Aspekt: Wer am Sonntag in Ruhe einkaufen kann, trifft oft bewusstere Entscheidungen – sei es beim Lebensmitteleinkauf oder beim Kleiderkauf.
Sonntagsarbeit ist längst Alltag
Das Argument des Arbeitsschutzes überzeugt Lukaschik nur bedingt. In vielen Berufen sind Wochenend- und Sonntagsdienste bereits Alltag – in Krankenhäusern, der Pflege, der Gastronomie, im Tourismus, bei Polizei und Feuerwehr. Warum sollte der Einzelhandel grundsätzlich ausgenommen sein? Sie selbst arbeitet regelmäßig an Wochenenden und schätzt die freien Tage unter der Woche. Der Sonntagszuschlag ist für sie ein zusätzlicher Vorteil.
Keine Zwangsöffnung, sondern Wahlfreiheit
Lukaschik fordert nicht, dass jedes Geschäft den ganzen Sonntag öffnen muss. Fünf oder sechs Stunden Öffnungszeit reichen völlig aus. Jeder Händler sollte selbst entscheiden können, ob sich eine Sonntagsöffnung wirtschaftlich lohnt und ob genügend Personal zur Verfügung steht. Der Sonntag müsse nicht abgeschafft werden, aber er müsse auch nicht Stillstand bedeuten. Ein moderner Sonntag brauche keine starren Verbote, sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden.