In Ducherow hat der ehemalige Dachdecker Marco Morzinek-Groth seine eigene Eisdiele eröffnet. Das Café in der Hauptstraße 71 bietet handgemachtes Speiseeis, Softeis nach eigenen Rezepturen, Kaffeespezialitäten und weitere Leckereien. Der Berliner Handwerker hat sich damit einen Traum erfüllt und lebt nun mit seiner kleinen Familie in dem rund 1700 Einwohner zählenden Dorf an der B109.
Vom Dachdecker zum Eismeister
Morzinek-Groth tauschte die Dächer Berlins gegen ein kleines Eislabor, das direkt an sein Eiscafé anschließt. In dem mehr als 100 Jahre alten Wohn- und Geschäftshaus befand sich früher ein Lampenladen, zuletzt wohnten dort Mieter. Mit Hilfe seiner Architektenfrau und seinem handwerklichen Geschick entstand ein liebevoll eingerichtetes Eiscafé. Durch ein antikes Fenster in die Eisküche können die Gäste dem Eismacher bei der Arbeit zusehen.
Der Eisexperte hat sich das Eismachen größtenteils selbst beigebracht, viel darüber gelesen und Schulungen bei Eismeistern besucht. Er legt Wert auf gute Zutaten wie richtige Schokolade und frische Früchte und verwendet keine fertigen Eismischungen oder -pulver. Die Sorten wechseln regelmäßig, da er sich fortlaufend an neuen Geschmacksrichtungen versucht.
Die Sorte „Egal“ kommt an
Schoko, Johannisbeere und Mokka sind die Renner bei den Gästen. Auch die Sorte „Egal“ ist beliebt, obwohl der Eisexperte nicht verrät, was genau darin steckt. „Es ist ein Milcheis mit einer Frucht drin und einem Schuss Zitrone“, bleibt er vage. Eigentlich als Scherz gedacht, gehört sie nun zu den Highlights – jeder schmeckt etwas anderes heraus, etwa grünen Apfel oder Maracuja.
Obwohl Morzinek-Groth selbst kein Softeis-Fan ist, tüftelt er an Rezepturen für seine zwei Softeismaschinen, abseits der Klassiker Schoko, Erdbeer und Vanille. Dazu gehören Kreationen mit Whiskey oder Marzipan und Pistazien. Mit letzterem hat er jüngst ein ganzes Orchester begeistert.
Spontanes Platzkonzert und weitere Pläne
Die Rossower Schalmeien legten auf der Rückfahrt von einem Auftritt einen Zwischenstopp in der Eisdiele ein und schleckten das Marzipan-Pistazien-Softeis bis auf den letzten Tropfen weg. Zum Dank spielten sie ein spontanes Platzkonzert vor dem Café. Wenige Tage später kehrten die Orchestermitglieder Jens und Steffi aus der Nähe von Pasewalk auf einer Radtour zurück, um weitere Sorten zu probieren.
Morzinek-Groth hat bereits Gäste aus Greifswald und Neubrandenburg begrüßt. Im Garten und auf dem Hinterhof sollen weitere Sitzplätze und eine Terrasse entstehen. Auf dem Dach plant er eine Solaranlage, um die energieintensiven Eismaschinen mit Sonnenenergie zu betreiben. In den Wintermonaten will er nur für spezielle Thementage öffnen. Aktuell hat das Café in der Ducherower Hauptstraße 71 von donnerstags bis sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.