Beim ersten eigenen Event des Vereins „Kollektiv IFA“ in Rühlow kamen Fans von DDR-Fahrzeugen voll auf ihre Kosten. Unter dem Motto „Ostblech verbindet“ lud der junge Strasburger Verein Gleichgesinnte ein und bot ein Programm für die ganze Familie, Zweitaktduft und Augenweiden inklusive.
Einlass mit DDR-Polizei-Uniform
Die Besucher mussten zunächst an Johnas Koß aus Burg Stargard vorbei. Der 18-Jährige begrüßte die Gäste am Wachhäuschen in originaler DDR-Polizei-Uniform, die er im Internet für rund 90 Euro ersteigert hatte. „Die Abzeichen sind nicht alle echt und wurden dazugekauft“, verriet der Auszubildende. Bei der Wahl der Dienstgradabzeichen entschied er sich für das des Generalobersts.
Unter den Besuchern waren auch Alexander Kurzweg aus Eggesin und Lea Amalia Vosgerau aus Rostock Laage. Die beiden 15- und 16-jährigen Simsonfans kennen sich aus sozialen Netzwerken und hatten sich zu diesem Event verabredet. Während Alexander seine S51 schon auf der Straße bewegen darf, muss Lea noch auf ihren Führerschein warten. Die wertvollen Ostbleche waren sicher im Transporter und im Anhänger verstaut.
Einzigartige Simson „Helga“
In Begleitung seiner „Helga“ reiste auch Max Schaupp aus Woldegk an, der zum Kollektiv IFA gehört. Seine Simson sei nicht irgendein Moped: „Sie ist nicht nur eine Maschine. In ihr stecken so viele Schrauberstunden. ‚Helga‘ hat eine Seele“, erklärte der 32-Jährige. Die S51 schmücken ein Schafsfell auf der Sitzbank, individuelle Aufkleber anderer Ostblechfreunde und Blumentöpfe.
Schaupp ist viel mit seiner „Helga“ unterwegs. Demnächst stehe eine große Tour ins südliche Ostdeutschland zu mehreren Moped-Treffen an, insgesamt 15 Tage und fast 1700 Kilometer. „Ich brauche nur einen Platz zum Stehen, alles andere, wie Zelt, Kaffeewasser, Gaskocher, Ersatzteile und Feldbett, habe ich immer dabei“, sagte der Binnenschiffer.
Lob von Besuchern
Von den Besuchern ernteten die Veranstalter viel Lob. Gaby Koch aus Ueckermünde freute sich über die zahlreichen Mopeds und Trabis: „Kaum vorstellbar, dass wir damit damals voll beladen in den Urlaub gefahren sind.“ Auch die Freunde der „2-Takt-Brigade Pommern“ zeigten sich begeistert. „Es war eine tolle Organisation mit kreativen Preisen, und auch der Gyros war richtig lecker“, fand Mike Mühlbrett.