Pentzer Mittelfeldmotor Andreas Muth wechselt in die Zweite
Pentzer Mittelfeldmotor Andreas Muth wechselt in die Zweite

Andreas Muth prägte 23 Jahre lang das Spiel des SV Traktor Pentz. Zur Saison 2026/27 ändert sich das: Der Mittelfeldspieler verlässt die erste Mannschaft in der Landesklasse und wird künftig nur noch im Notfall aushelfen. Seine aktive Karriere lässt er in der zweiten Vertretung in der Kreisliga ausklingen.

Den Schritt hatte Muth bereits Mitte der Vorsaison geplant. „Den Entschluss habe ich Mitte der abgelaufenen Saison gefasst. Das Niveau in dieser Spielklasse zu halten, wird für mich immer schwieriger“, erklärte der Routinier. Zugleich verwies er auf den begonnenen Umbruch: „Wir haben in der letzten Saison den Umbruch in der Mannschaft eingeleitet und gute junge Talente, für die es nun gilt, sich mit Nachdruck für die Erste anzubieten.“

Neue Aufgaben im Verein

Ganz verzichten wird der SV Traktor Pentz auf Andreas Muth nicht. Bei den Sommerrundenspielen der Alt-Herren ist er dabei, außerdem bringt er seine Erfahrung in die zweite Mannschaft ein. Darüber hinaus möchte er mit den Trainern zusammenarbeiten und intensiv mit jüngeren Spielern sprechen.

Seit 1991 in Pentz

Die Fußballkarriere von Andreas Muth begann 1991 mit sechs Jahren in Pentz. Schon in den Nachwuchsmannschaften beobachteten viele den Sohn von Berthold Muth, einer Legende des Vereins. „Da hieß es schon mal, so viele Tore wie dein Vater schießt du ja gar nicht“, erinnert sich Andreas Muth. Der Vater habe ihm geraten: „Da hat Papa Klartext gesprochen und gesagt, ich solle so spielen, wie es mein Herz mir vorgibt. Der Fußball ist die schönste Nebensache der Welt.“

Später kam es zwischen Vater und Sohn zu Auseinandersetzungen über die Spielauffassung. Täglich spielte Andreas Muth auf dem Wäscheplatz, Freundschaften fürs Leben entstanden und ein „Pentzer Jahrhundertjahrgang“ wuchs heran, der im Landesfußball für Furore sorgte. Wegen seiner Spielintelligenz und seines Trainingsfleißes wurde er in der Jugend auch in höheren Jahrgängen eingesetzt. „Ich bin fußballverrückt, als Kind war mein großes Ziel der FC Hansa Rostock, so weit kam es aber nicht“, erzählt er.

Besonders stolz ist Muth auf den Landesmeistertitel mit der Kreisauswahl in der D-Jugend. Damals spielten unter anderem Marco Sprenger, Frank Schult und René Zander mit. Im zweiten C-Jugendjahr wurde er mit Traktor Pentz Kreismeister. „Leider haben wir mit der Jugend nie den Sprung in die Landesliga geschafft“, blickt er zurück.

Der Weg in die Männermannschaft

Zur Saison 2003/04 berief Trainer Dirk Toboldt den damals 18-Jährigen in die erste Mannschaft. Sofort stieg Pentz in die Bezirksliga auf. „Da standen wir nach der Hinrunde sogar an der Tabellenspitze“, sagt Muth. Im ersten Jahr spielte er gemeinsam mit seinem Vater, später wurde der Vater Trainer. „Da flogen zwischen uns etliche Male die Fetzen hinsichtlich unserer Spielauffassungen. Es gab ganz schöne Kontroversen.“

Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga geriet der Verein in eine Krise und rutschte 2008/09 bis in die Kreisoberliga ab. Muth wurde zum Symbol: „Wir sind gemeinsam abgestiegen und steigen auch gemeinsam wieder auf“, sagte er. Er erzielte wichtige Tore, sammelte Gelbe und Rote Karten und wurde von den Fans als „Mittelfeldmotor“ und „Zaubermaus“ gefeiert.

Titel, Verletzung und Rückkehr

In der Saison 2013/14 hatte Andreas Muth großen Anteil am Gewinn der Landesklasse und am Aufstieg in die Landesliga. Eine schwere Knieverletzung stellte seine Laufbahn infrage, doch nach einem Jahr Pause kehrte er zurück. Bis zur Saison 2016/17 erfüllte sich sein Traum von der Landesliga. Seit nunmehr 17 Jahren spielt der Verein durchgehend auf Landesebene.

Pläne für die Zukunft

Andreas Muth will sich weiter in Pentz engagieren. „Es geht in Pentz um das Große und Ganze. Die Sportanlage ist mittlerweile zu einem Aushängeschild der Gemeinde geworden, was heute da ist, haben wir als Verein gemeinsam gemacht. Irgendwann werde ich Trainer, die B-Lizenz habe ich erworben. Nun heißt es, meine ganze Erfahrung in die Zweite einzubringen, ja, und ein paar Tore möchte ich auch noch schießen.“