Pflegeheim Lübbersdorf: Gespräche mit zwei Trägern laufen
Pflegeheim Lübbersdorf: Gespräche mit zwei Trägern

Das Pflegeheim in Lübbersdorf könnte doch über das Jahresende hinaus bestehen bleiben. Nach Informationen des Nordkuriers haben zwei potenzielle Träger Interesse an einer Übernahme signalisiert, die Gespräche laufen derzeit.

DRK stellt Betrieb Ende 2026 ein

Der DRK-Kreisverband Neubrandenburg wird den Betrieb zum 31. Dezember 2026 einstellen, wie Mitte Juni bekannt wurde. DRK-Geschäftsführer Raik Lemke begründete dies mit Anforderungen an bauliche Standards, Sicherheit, Barrierefreiheit und künftige Investitionsbedarfe, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden müssten. Die dafür nötigen Kosten würden die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Einrichtung deutlich übersteigen, sagte er dem Nordkurier. Eine genaue Summe nannte er nicht.

Galenbecks Bürgermeister Thomas Herrholz (parteilos) setzte sich nach der Ankündigung für eine Lösung ein. Gemeinsam mit den Bürgermeistern Frank Nieswandt (Die Linke, Friedland) und Matthias Dröse (Wählergemeinschaft Datzetal) wandte er sich an Landrat Thomas Müller (CDU). Das Grundstück war 1992 vom damaligen Landkreis Neubrandenburg an den DRK-Kreisverband übertragen worden – mit einer sozialen Zweckbindung, etwa zum Betreiben eines Pflegeheims.

Interessenbekundungsverfahren eingeleitet

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. In einem Schreiben an Thomas Herrholz und die Kreistags-Fraktionen heißt es: „Nach derzeitigem Stand haben bereits potenzielle Träger ihr Interesse an einer Übernahme der Einrichtung einschließlich des Personals signalisiert. Die erforderlichen Gespräche werden durch den bisherigen Betreiber und die Interessenten aktuell geführt.“

Landkreis-Sprecher Nils Henke bestätigte auf Anfrage: Insgesamt drei Träger hätten Gesprächsbereitschaft gezeigt, derzeit verhandle der DRK-Kreisverband mit zwei potenziellen Betreibern. Beide hätten jeweils ein Kurzkonzept erstellt, eine Entscheidung zur Auswahl eines geeigneten Trägers stehe kurz bevor. Der Landkreis übernehme eine moderierende Rolle.

Hoffnung auf Weiterbetrieb ab Januar 2027

Parallel würden die rechtlichen Rahmenbedingungen mit der zuständigen Pflegekasse abgestimmt, so Henke. „Sollte das Auswahlverfahren erfolgreich abgeschlossen werden, so steht einem Weiterbetrieb nichts entgegen“, sagte er. Der Zeitplan umfasse auch Pflegesatzverhandlungen und das Einwerben von Investitionsmitteln für notwendige Investitionen. Wenn alles klappt, könne der Betrieb ab dem 1. Januar 2027 mit einem neuen Betreiber fortgesetzt werden.

Bürgermeister Herrholz bewertet die Gespräche positiv, merkt aber an: „Ich weiß aber auch, dass viele Mitarbeiter bereits gekündigt wurden und dass auch einige Bewohner schon umgezogen sind.“ Bereits Mitte Juni hatten Mitarbeiterinnen dem Nordkurier bestätigt, dass sie gekündigt wurden. Zudem habe sich durch den Brand in der Friedländer AWO-Senioreneinrichtung die Versorgung mit Pflegeplätzen in der Region weiter verschlechtert.

Alternativen als Plan B

Falls keine Einigung zustande kommt, gibt es laut Herrholz alternative Überlegungen. Verschiedene Ideen würden ausgetauscht, um das Pflegeheim langfristig zu erhalten – immer einschließlich einer grundlegenden Renovierung. Da die Zahl der Beteiligten bei diesem Plan B größer sei, solle zu einem Strategiegespräch ins Amt Friedland eingeladen werden.