Veeh-Harfen im Mehrgenerationenhaus: Senioren musizieren dienstags
Veeh-Harfen: Senioren musizieren dienstags in Neustrelitz

Im Mehrgenerationenhaus der Diakonie in Neustrelitz erklingen jeden Dienstag Harfen. Vier Senioren treffen sich dort, um gemeinsam Veeh-Harfe zu spielen. Die Kreismusikschule Kon.centus bietet den Kurs an, der vor allem älteren Menschen den Einstieg in ein neues Instrument ermöglicht.

Einfache Bedienung macht das Instrument attraktiv

Die Veeh-Harfe ist ein Kasten mit mehreren Saiten. Unter die Saiten werden Blätter geschoben, auf denen für jedes Lied die Punkte markiert sind, an denen die Saite gezupft werden muss. Entwickelt wurde das Instrument Ende der 1980er Jahre von dem fränkischen Landwirt Herrmann Veeh für seinen Sohn, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde.

Die Lehrerin Irina Waldow, die sonst Klavier an der Musikschule unterrichtet, stimmt die Instrumente vor jeder Stunde. Die einfache Bedienung mache das Instrument attraktiv – nicht nur für Senioren. Nach einem Auftritt beim Strelitzienfest seien mehrere Kinder so begeistert gewesen, dass sie selbst anfingen zu spielen, sagt Waldow.

Musik verbindet Generationen und fördert das Miteinander

Die Veeh-Harfe eignet sich laut der Lehrerin auch gut für Menschen mit Demenz. Bisher sei noch niemand mit Demenz im Kurs, freie Plätze gebe es aber. Optimal wären zehn Teilnehmer, erklärt Waldow.

Die gemeinsame Stunde hat auch einen sozialen Aspekt: Es werden Scherze gemacht und man tauscht sich aus. Die Lehrerin ist geduldig, macht auf Fehler aufmerksam und hilft, wenn nötig. Noten spielen eine untergeordnete Rolle, der Takt ist umso wichtiger – den gibt Waldow regelmäßig vor. Wer mitsingen möchte, darf das, muss aber auf das Spiel achten, da manche nicht so schnell spielen wie andere singen.

Weitere Teilnehmer und Orte willkommen

David Kantel, stellvertretender Leiter der Kreismusikschule, bestätigt, dass weitere Teilnehmer willkommen wären. Dafür könnten dann auch neue Instrumente angeschafft werden. Irina Waldow würde ihr Angebot auch gern in anderen Einrichtungen anbieten. Schließlich sollte sich niemand scheuen, auch im Alter noch etwas Neues auszuprobieren. Kursteilnehmerin Barbara drückt es mit den Worten ihrer Großmutter aus: „Man kann alt werden wie eine Kuh und lernt trotzdem noch dazu.“