Zwischen Romanen, Sachbüchern und Kinderliteratur wartet in Schwerin Lesestoff mit zusätzlichem Mehrwert. Jede Spende für ein gebrauchtes Buch fließt direkt in Projekte in Ghana. Der Verein Unity for Change Ghana war mit seinem Bücherstand bei der zweiten Fairkostung in Schwerin dabei – eine Veranstaltung mit kleinen Aktionen, aber großer Wirkung.
Bücher helfen Schulen in Ghana
„Wir sammeln Spenden und unterstützen damit Vorhaben in Ghana“, sagt Daniela Richter von Unity for Change Ghana. Das Geld komme dort an, wo es gebraucht werde. „Zum Beispiel an einer Schule. Alles, was benötigt wird – ob Schulmaterialien oder Technik.“
Bildung fördern, Frauen stärken, Kinder unterstützen, interkulturellen Austausch ermöglichen und Hilfe auf Augenhöhe leisten – diese Ziele verfolgt der Verein mit seinen Projekten. Wie wichtig solche Unterstützung sein kann, zeigte zuletzt ein Schulprojekt an der Komenda Senior High Technical School in Ghana. Gemeinsam mit einer Projektgruppe des Gymnasiums Gadebusch wurden Spenden gesammelt, um Schulbücher anzuschaffen.
Fairkostung verbindet Genuss und Engagement
Der Bücherstand war einer von mehreren Aktionsständen bei der zweiten Fairkostung auf der Wiese vor der Schelfkirche. Dort konnten Besucher fair gehandelte Snacks, Süßigkeiten, Aufstriche, Orangensaft und Kaffee probieren. Veranstaltet wurde die Aktion von der Aktionsgruppe „Eine Welt“, dem Weltladen Schwerin, der Landeshauptstadt und weiteren Partnern.
Mit der Fairkostung wolle man als Fairtrade-Stadt darauf aufmerksam machen, dass nachhaltiger und fairer Konsum möglich sei. Die familiäre Veranstaltung im Herzen der Schelfstadt sei dafür bestens geeignet, so Oberbürgermeister Sebastian Ehlers. Die Landeshauptstadt trägt seit 13 Jahren den Titel „Fairtrade-Stadt“. Sie gehört damit zu einem Netzwerk von mehr als 900 Fairtrade-Kommunen in Deutschland.
Fairtrade als Auftrag für die Stadt
Für Ralf Göttlicher vom Verein „Eine Welt“ ist die Veranstaltung mehr als nur eine Werbeaktion für fair gehandelte Produkte. Er verbindet mit dem Fairtrade-Titel der Landeshauptstadt auch einen konkreten Auftrag. „Mein Wunsch wäre, dass die Schweriner Verwaltung ihre Einkäufe irgendwann vollständig auf fair gehandelte Produkte umstellt“, sagt er.
Die Umstellung sei zwar ein schwieriger Weg, aber mit dem Fairtrade-Titel habe die Verwaltung auch ein Versprechen einzuhalten. Dabei gehe es um viele alltägliche Entscheidungen – vom Catering über den Kaffeekauf bis hin zu Büromaterialien. „Es ist ein gutes Mittel, die Stadt immer mal wieder daran zu erinnern“, so Göttlicher.
Und die Auszeichnung steht noch für viel mehr: „Es ist auch ein politisches Statement, dass Schwerin weltoffen ist und sich für globale Gerechtigkeit starkmacht. Das wurde 2013 einstimmig von der Stadtvertretung beschlossen“, so Ralf Göttlicher.