Neuer Familien- und Erlebnispfad in Wolde: Natur und Geschichte entdecken
Familien- und Erlebnispfad in Wolde: Natur und Geschichte

In Wolde wird seit Monaten ein Familien- und Erlebnispfad gebaut. Ziel ist es, die Bürger für Natur und Geschichte des Dorfes zu begeistern. Der Pfad beginnt am Gutshaus Wolde und führt durch das Dorf und die Natur mit Spielstationen.

Idee aus der Kita Bambi

Juana Zierke, die als Kindergärtnerin in der Wolder „Kita Bambi“ arbeitet, kam vor gut drei Jahren auf die Idee, den Pfad zu entwickeln. Sie beobachtete, dass manche Eltern und Kinder zu lange vor dem Computer sitzen. „Ich möchte, dass alle Familien mehr rausgehen“, sagt Zierke. Zudem stellte sie fest, dass das Wissen über die Geschichte von Wolde, die Einzigartigkeiten des Dorfes und die Natur bei vielen Dorfbewohnern immer weniger wurde.

Der Pfad soll eine Mischung aus allen drei Bereichen sein: Es gibt Spielstationen, der Weg führt durch die Natur und an wichtigen Gebäuden von Wolde vorbei. Entlang des Weges stehen Hinweistafeln.

Stationen und Besonderheiten

Zuerst sprach Zierke mit Bürgermeisterin Marion Dorn, die den Vorschlag sofort unterstützte. Anfang des Jahres wurden die ersten Spielgeräte und Hinweistafeln aufgebaut, aber die Arbeiten sind noch nicht fertig. „Es sind jetzt erst einmal zehn Stationen geplant“, verkündet Zierke. Am Friedhof gibt es eine Station und einen Briefkasten, in den Bürger ihre Ideen und Fragen zum Projekt einwerfen können.

Der Pfad beginnt beim Gutshaus Wolde, das Mitte des 19. Jahrhunderts als Inspektorenhaus im Auftrag des Freiherrn von Fabrice gebaut wurde. Heute ist es im Besitz der Gemeinde Wolde und dient als Gemeinschaftshaus, wobei der Saal für Veranstaltungen genutzt wird.

Geschichte und Spiel entlang des Weges

Der Weg führt zunächst in Richtung des Kinderspielplatzes, der sich auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses befindet. Das Schloss stand auf einer Anhöhe über dem Dorfteich und wurde 1948 abgerissen. Vom Schloss Wolde ist heute nichts mehr zu sehen. „Im Volksmund heißt dieser Spiegelteich, weil sich früher das Schloss darin so schön spiegelte“, berichtet Anwohner Bernd-Eberhard Buck, der sich viel mit der Dorfchronik beschäftigt.

Vorher biegt der Pfad in die Kastanienallee ab. Wolde hatte eine Burg aus dem 14. Jahrhundert, die 1491 durch die Truppen vom Herzog von Pommern im Kampf gegen Bernd II. von Maltzahn zerstört wurde. 1860 entstand auf den Grundmauern der Burg die Kapelle, die heute in Privatbesitz ist. „Für mich hat Wolde eine ganz besondere Geschichte“, sagt Juana Zierke. „Wolde war einmal der kleinste Stadtstaat der Welt.“

Schräg gegenüber der Kapelle ist die erste Spielstation. Kinder können auf einem Parcours mit Baumstämmen laufen, die in zwei Reihen in der Erde versenkt sind. Weiter gibt es ein großes Memoryspiel. Auf dem Kiekeberg steht ein großes Fernglas, damit Kinder nachspielen können, was auf dem Schild steht.

Noch nicht fertig

Der Familien- und Erlebnispfad ist noch nicht fertig. Am Kinderspielplatz soll eine große Feuerschale stehen, die gerade angefertigt wird. Hinzu kommen sollen Bänke, damit alle gemütlich beisammen sitzen können. Auch an anderen Bereichen wird noch gearbeitet.

„Wann der Familien- und Erlebnispfad richtig fertig ist und dann eröffnet wird, das weiß ich noch nicht“, sagt Juana Zierke. „Aber wenn es so weit ist, dann gibt es ein großes Einweihungsfest. Den Pfad werde ich zuerst mit meinen Kollegen und dann mit meinen Kindern aus der Kita Bambi laufen.“