Die ehemalige illegale Müllkippe am Ortseingang von Güstrow wird zwangsversteigert. Das Amtsgericht Güstrow hat den Termin auf den 30. September angesetzt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte für die Beräumung des Geländes rund 5,2 Millionen Euro ausgegeben.
Beräumung kostete Millionen
Im Frühjahr 2023 wurde die Fläche vor den Toren der Stadt beräumt, auf der illegal tausende Tonnen Müll abgelagert worden waren. Die Betreiber der widerrechtlich geführten Müllkippe waren nicht auffindbar, weshalb das Land die Entsorgung selbst in Auftrag gab. Nachdem das Eingangstor mit großen Feldsteinen versperrt wurde, ruhte das Areal. Nun wird ein neuer Besitzer gesucht.
Mindestgebot von einem Euro
Bei der Zwangsversteigerung wird ein Mindestgebot von einem Euro für den Verkehrswert des rund 55.000 Quadratmeter großen Geländes aufgerufen. Das Verfahren hat die Stadt Güstrow als Gläubigerin bereits 2024 in die Wege geleitet, da laut Stadtsprecherin Karin Bartock offene Forderungen bestehen.
Laut dem Portal für Zwangsversteigerungen „ZVnow“ diente das Gelände einst zur Trocknung und Lagerung von Getreide „und wurde danach unzulässigerweise zur Herstellung von Kunststoffrecyclingmaterial sowie als Mülldeponie genutzt, die zwischenzeitlich jedoch beräumt wurde“. Auf der Fläche befinden sich noch Reste von Gebäuden der einstigen Nutzung. Dass hier einst tonnenweise Müll illegal lagerte, ist nicht mehr zu sehen.
Ermittlungen eingestellt
Nach einer Anzeige geriet das Gelände 2020 ins Visier des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Die Behörde fand diverses Verpackungsmaterial, teilweise auch mit umweltgefährdenden Stoffen. Die Anordnung, die Müllberge fachgerecht zu entsorgen, lief ins Leere – die Akteure der Betreiberfirma mit Sitz in Güstrow waren nicht mehr auffindbar. Inzwischen sind die Ermittlungen nach dem oder den Schuldigen eingestellt worden, wie von der Staatsanwaltschaft Rostock zu erfahren ist.
Bei der Beräumung wurde immer mehr Müll gefunden. Zwischenzeitlich wurde von 14.000 Tonnen ausgegangen, letztlich wurden es fast 30.000 Tonnen. Der Preis kletterte entsprechend nach oben. Mit der Zwangsversteigerung sollen nun Teile der Kosten wieder eingeholt werden, da die Ausgaben bislang der Steuerzahler trägt. Die Rechnungen an die abgetauchte Firma sind nicht beglichen worden. „Bislang wurden auf diese Forderungen keine Zahlungen geleistet“, so Ministeriumssprecher Claus Tantzen.
Photovoltaik-Nutzung geplant
Die Stadt erklärte bereits vor mehr als zwei Jahren, dass sie an einer geordneten Entwicklung der Fläche interessiert sei. Die Möglichkeiten eines eventuellen Käufers sind jedoch begrenzt. Gegenwärtig lässt der Flächennutzungsplan lediglich eine Nutzung für landwirtschaftliche Zwecke zu, der Großteil der Fläche ist jedoch versiegelt. Die Stadtverwaltung will die Pläne verändern, sodass dort Photovoltaikanlagen möglich wären. Bürgermeister Sascha Zimmermann (parteilos) spricht offen über eine künftige Nutzung mit Solarenergie: „Wir würden Investoren den roten Teppich ausrollen und alles was rechtlich möglich und machbar ist, ermöglichen.“