Der Anklamer Jahresempfang soll durch 3500 Euro aus dem Vorpommernfonds gerettet werden. Das hat Staatssekretär Heiko Miraß auf Anfrage des Nordkuriers bestätigt. Die Festveranstaltung für geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft stand wegen der schlechten Haushaltslage Anklams auf der Kippe.
Bürgermeister sammelt Spenden
20.000 bis 25.000 Euro von Sponsoren sammelt der Bürgermeister höchstpersönlich jedes Jahr für den Anklamer Jahresempfang nach eigener Aussage ein. In diesem Jahr soll zusätzlich Geld aus dem Vorpommernfonds fließen. Beim SPD-Fest am Peeneufer soll diese Lösung zustande gekommen sein, heißt es aus Nordkurier-Quellen. Für die Stadtverwaltung scheint damit das Problem gelöst: Die Veranstaltung wird mit den 3500 Euro als kostenneutral ausgewiesen.
Stadtvertreter müssen erneut abstimmen
Der Bürgermeister will schon am kommenden Montag Nägel mit Köpfen machen. Dann müssen die Stadtvertreter erneut zuerst über seinen Widerspruch – eigentlich wurde der Jahresempfang in diesem Jahr bereits abgelehnt – und dann erneut über den Jahresempfang abstimmen. Eine erste Sitzung dazu musste abgeblasen werden, da das Gremium mit sieben von 22 Stadtvertretern nicht beschlussfähig war.
Miraß: Besondere Notlage
Staatssekretär Heiko Miraß betont die „besondere Notlage“ der Stadt Anklam, die auch nur in diesem Jahr die Ausnahme rechtfertigt, zu helfen. Anderenfalls würde eine besondere Veranstaltung, die mit anderen Empfängen nicht zwingend vergleichbar sei, wegfallen und somit eine Tradition abbrechen. Diesen Punkt sieht er durchaus unter dem Förderbegriff des „gesellschaftlichen Zusammenhalts“ impliziert.
Eine Besonderheit seien in Anklam zudem die Städtepartnerschaften, die in diesem Rahmen gepflegt werden, ergänzt er. In der Kürze der Zeit einzuspringen – der Jahresempfang ist für Anfang Oktober vorgesehen – sieht er als mutige, wenn auch richtige Entscheidung an.
Förderrat vorab informiert
Gleichwohl habe man sich die Entscheidung nicht leichtgemacht. Heiko Miraß kann über die Mittelvergabe bis 5000 Euro eigentlich frei verfügen und informiert dann in der nächsten Sitzung den Förderrat darüber. In der Abwägung zur Unterstützung in Anklam sei er jedoch vorab an das Gremium herangetreten und habe über die Absicht informiert.
Die Unterstützung vom Land soll die Stadt nicht vom weiteren Sparen abhalten, betont er. Die 3500 Euro seien als absoluter „Notgroschen“ vorgesehen. Schaffe es die Stadt Anklam, diesen Betrag durch Einsparungen oder anderes Sponsoring zu minimieren, wäre das durchaus im Sinne des Vorpommern-Staatssekretärs.