Die Diskussion um die Vaterschaft des zurückgetretenen Unionsfraktionschefs Jens Spahn mithilfe einer Leihmutter in den USA hat nun auch einen Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Plan gerufen. Der in Neustrelitz aufgewachsene Johannes Arlt Bjerrehøj, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der SPD, meldete sich auf seiner Facebook-Seite zu Wort – teilt er doch eine ähnliche Familiengeschichte.
Eigene Erfahrung mit altruistischer Leihmutterschaft
Johannes Arlt Bjerrehøj ist mit einem Mann verheiratet und hat einen Sohn, der demnächst drei Jahre alt wird. Das Kind wurde von einer altruistischen Leihmutter in Dänemark geboren. In einem Facebook-Post schreibt er: „Er ist das erste Kind eines deutschen Politikers, das von einer altruistischen Leihmutter in Dänemark geboren wurde. Mit Bjørn Bjerrehøj als Papa und mir als Co-Papa.“ Der Politiker betont, dass der Weg zur Elternschaft sechs Jahre gedauert habe und zunächst gar nicht der Wunsch nach einem „eigenen“ Kind im Vordergrund stand.
Von Adoption zur Leihmutterschaft
Arlt Bjerrehøj und sein Mann dachten ursprünglich über Adoption nach. Sie wurden in Deutschland und Schweden als Adoptiveltern zugelassen, erhielten jedoch nie einen Kindervorschlag. „Wir haben im Netz nach Co-Eltern gesucht. Plötzlich kam eine Freundin auf uns zu und sagte: Wenn ihr ein Kind wollt, bin ich für euch da. Die mutigste Frau der Welt. Zehn Monate später wurde unser Sohn geboren“, schildert der gebürtige Neustrelitzer. Nach der Geburt durchlief das Paar ein zweijähriges deutsches Adoptionsverfahren – eine sogenannte Stiefkindadoption. „Es wurde amtlich und gerichtlich festgestellt, dass mein Sohn eine Bindung zu mir hat und der Adoption staatlich zugestimmt wird“, erklärt Arlt Bjerrehøj.
Plädoyer für differenzierte Debatte
Der SPD-Politiker, der von 2021 bis 2025 dem Bundestag angehörte und seit 2025 bei einem deutschen Rüstungsunternehmen arbeitet, setzt sich weiterhin dafür ein, „dass wir differenziert diskutieren und dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen für altruistische Schwangerschaften in Deutschland geprüft werden“.