Funkturm-Bau in Glashütte: Bürger fühlen sich übergangen
Funkturm-Bau in Glashütte sorgt für Unmut

Schweres Gerät rückte an und wurde am Dorfrand platziert, danach folgten Bohrungen. Mittlerweile sind die Maschinen wieder abgerückt. Gesichtet wurde zwischenzeitlich auch ein Fahrzeug der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern. „Keiner wusste, wofür die Arbeiten bestimmt sind. Es gab keinerlei Informationen, weder von der Gemeinde noch woanders her“, ärgert sich Anwohner Arne Beiersdorf. Jemand habe, wohl von den Bauarbeitern, erfahren, dass die Arbeiten mit einem Funkturm zusammenhängen. Als Einwohner wolle man schon wissen, was in unmittelbarer Nähe passiere, sagt der Glashütter.

Keine Information an Bürgermeister

Auch Bürgermeister Rainer Schulze hatte nach eigenem Bekunden keine Kenntnis, dass jetzt gebaut wird. Auch darüber, was genau errichtet werden soll, sei er nicht unterrichtet worden. „Uns hat man nicht informiert. Die fangen an zu bauen, ohne uns zu fragen“, sagt er. Mitte 2024 habe es eine Anfrage von der Bundeswehr gegeben, die einen Funkmast für ihren Digitalfunk errichten wollte. Dafür sei ein Privatgrundstück vorgesehen gewesen. Dafür habe man das gemeindliche Einvernehmen erteilt. „Egal, ob wir zugestimmt hätten oder nicht, gebaut hätte man trotzdem“, meint Schulze. Er selbst sehe Anlagen für Sicherheitsaufgaben als wichtig und notwendig an.

Verfügbarkeit des Digitalfunks sichern

Zur Aufklärung beitragen kann das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, dem die Bau- und Liegenschaftsverwaltung als Behörde untersteht. „Im Rahmen der Teilhabe der Bundeswehr am Digitalfunk für Behörden mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS, wird im Bereich Glashütte ein hoher Antennenträger errichtet. Dieser ist notwendig, um die Verfügbarkeit des Digitalfunks für die Einsatzkräfte sicherzustellen“, teilte Ministeriumssprecherin Anna Lewerenz mit. Das Vorhaben werde im Auftrag des Landes umgesetzt und dafür ein von einem privaten Eigentümer angepachtetes Grundstück genutzt. Es werde ein 60 Meter hoher Stahlgittermast errichtet. „Für das Vorhaben liegen alle rechtlich erforderlichen Genehmigungen sowie das Einvernehmen der Gemeinde vor“, so Lewerenz.

Verfahrensweise kritisiert

„Dass das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde, halte ich so für nicht richtig. Wir als Einwohner der Gemeinde wurden nicht gefragt. Das ist an uns vorbei erfolgt“, kann sich Arne Beiersdorf mit der Antwort nur bedingt zufriedengeben. Die Verfahrensweise, dass man Bürger vor vollendete Tatsachen stellt, halte nicht nur er für kritikwürdig, sondern mehrere Einwohner des Dorfes.