Ein eigenes Gutshaus für 1000 Euro, ein Stück Rügen für 3000 Euro oder eine eigene Windmühle: Bei mehreren Immobilienauktionen im September kommen in Mecklenburg-Vorpommern ungewöhnliche Objekte mit erstaunlich niedrigen Preisen unter den Hammer. Allerdings handelt es sich dabei nur um die Mindestgebote – der tatsächliche Zuschlag kann deutlich höher ausfallen.
Gutshaus aus dem Jahr 1775 für 1000 Euro
Eines der spannenden Angebote steht im kleinen Beckentin bei Grabow. Dort wird am 3. September ein ehemaliges Gutshaus mit einem Auktionslimit von gerade einmal 1000 Euro angeboten. Das Gebäude stammt etwa aus dem Jahr 1775 und steht als Einzeldenkmal unter Schutz. Das Gutshaus wird aktuell von der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG angeboten.
Für das Geld gibt es allerdings eine gewaltige Aufgabe. Das eingeschossige Backsteinhaus mit Keller und teilweise ausgebautem Dachgeschoss ist stark sanierungsbedürftig und teilweise ruinös. Große Teile der Dacheindeckung fehlen, Regenwasser hat Decken und Wände beschädigt. Fenster und Türen sind größtenteils kaputt oder verschwunden, Heizung, Sanitär- und Elektroanlagen fehlen. Teile des Hauses dürfen wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden. Dafür umfasst das Grundstück rund 2313 Quadratmeter, das Gutshaus rund 430 Quadratmeter Nutzfläche.
Wohnhaus mit Windmühle für 7000 Euro
Nur wenig teurer ist ein außergewöhnliches Ensemble in Friedland. Für 7000 Euro Mindestgebot werden dort ein Wohnhaus und eine denkmalgeschützte Holländerwindmühle angeboten. Die Mühle stammt aus dem Jahr 1896, das Wohnhaus aus der Zeit um 1906. Im Inneren der Mühle soll sogar die technische Ausstattung noch vollständig vorhanden sein. Die oberen Etagen werden als trocken und vergleichsweise gut erhalten beschrieben.
Ganz ohne Haken ist das Angebot aber nicht: Teile der Holzkonstruktion weisen Fäulnis und Schwammbefall auf, das Galeriedach ist undicht. Für die Mühle liegt zudem eine ältere Abbruchgenehmigung vor. Auch das Wohnhaus ist stark sanierungsbedürftig.
Moor auf Usedom und Grundstück auf Rügen
Noch ungewöhnlicher wird es auf Usedom. In Mölschow zwischen Karlshagen und Zinnowitz, also nahe der Ostsee, werden am 18. September gleich 12.440 Quadratmeter Naturfläche aufgerufen. Mindestgebot: 2000 Euro. Die zwei zusammenhängenden Flurstücke bestehen aus einer Mischung aus Torfmoor, Wald und Ackerland. Auf den relativ ebenen Flächen wachsen unter anderem Erlen, Buchen, Eichen und Birken. Bauland ist das Grundstück nicht – angeboten wird es ausdrücklich als land- und forstwirtschaftliche Fläche.
Für 3000 Euro startet schließlich ein Grundstück in Bohlendorf auf Rügen. Das fünfeckige Areal umfasst 1013 Quadratmeter und besteht derzeit überwiegend aus Brachland mit Baum- und Strauchbewuchs. Interessant ist vor allem die Lage: Bohlendorf liegt auf der Halbinsel Wittow, nur rund 3,5 Kilometer von Wiek entfernt und nahe Wieker Bodden und Ostseeküste. Direkt nördlich grenzt das Grundstück an das Gelände des ehemaligen Gutshauses Bohlendorf. Ob dort tatsächlich gebaut werden darf, ist allerdings offen und müsste laut Auktionsbeschreibung gegebenenfalls über eine Bauvoranfrage geklärt werden.
Die niedrigen Summen sind bei allen vier Angeboten lediglich die Start- beziehungsweise Mindestgebote. Wer tatsächlich den Zuschlag bekommt, kann am Ende deutlich mehr zahlen. Hinzu kommen je nach Auktion Aufgeld sowie weitere Erwerbsnebenkosten.