Trotz knapper Kassen: Landkreis investiert 170 Millionen Euro
Landkreis investiert 170 Mio. Euro trotz knapper Kassen

Rund 100 Millionen Euro will der Landkreis Vorpommern-Greifswald in diesem Jahr für Investitionen ausgeben, im kommenden Jahr sollen es noch einmal rund 70 Millionen Euro sein. Der geförderte Breitbandausbau ist in dieser Summe nicht enthalten – sonst würde die Zahl noch deutlich höher liegen. Die Investitionen markieren einen Paradigmenwechsel im nordöstlichen Vorpommern, das in den vergangenen Jahren vor allem auf Sparen gesetzt hatte.

Großprojekte von Schulbau bis Katastrophenschutz

Zu den größten Vorhaben zählt der Um- und Neubau am deutsch-polnischen Gymnasium in Löcknitz mit geschätzten Gesamtinvestitionen von 34,6 Millionen Euro. Die Hauptausgaben werden jedoch erst in den folgenden Haushaltsjahren fällig. Der Landkreis hofft auf Förderung aus den Sondermitteln des Bundes für den Schulbau.

Weiter fortgeschritten ist das neue Berufsschulzentrum in Greifswald. Für die Haushaltsjahre 2026/27 sind hier 47,5 Millionen Euro von insgesamt 58,4 Millionen Euro veranschlagt. Ebenfalls bereits in der Umsetzung befindet sich das neue Gefahrenabwehrzentrum in Greifswald mit 21 Millionen Euro der insgesamt 34,5 Millionen Euro in den Jahren 2026/27.

Hinzu kommen erste Ausgaben für den Neubau des Kompetenzzentrums für Brand- und Bevölkerungsschutz in Gützkow, die Sanierung von Kreisstraßen samt Sonderprogramm, Investitionen in neue Rettungswachen, in die Verwaltungsgebäude in Anklam sowie die Unterstützung für den Brandschutz in den Gemeinden.

Finanzierung über Kredite

Finanzdezernent Dietger Wille betont, man wolle das Augenmaß trotz der großen Summen nicht verlieren. Es gehe immer darum, was sich der Landkreis leisten könne. Denn zur Wahrheit gehöre, dass hinter den 102 Millionen Euro in diesem Jahr rund 72 Millionen Euro Kreditermächtigungen stünden, die den Kreishaushalt in den folgenden Jahren belasten und bedient werden müssten.

Die laufenden Kosten hatten zuvor alle Sparanstrengungen der letzten zehn Jahre wieder eingeholt, wie Landrat Michael Sack jüngst in einem Interview einräumte. In einer gesunden Stadt gehe man von rund zehn Prozent Investitionskosten am Haushaltsvolumen aus, so Wille. Ein Landkreis sei nicht ganz mit einer Kommune gleichzusetzen, doch für Werterhalt und wachsende Aufgaben müsse nun Geld in die Hand genommen werden.