Richtfest: Neue Bootsschuppen am Oberbach in Neubrandenburg
Richtfest: Neue Bootsschuppen am Oberbach

Nach dem verheerenden Brand im Mai 2022 wurde am vergangenen Freitag in Neubrandenburg Richtfest für die neuen Bootsschuppen am Oberbach gefeiert. Die 17 neuen Schuppen sind fast fertig und sollen im Herbst wieder genutzt werden können. Ein Pächter der Reihe 14 hat sich bereits ein größeres Boot angeschafft: „Man fängt ja nicht noch einmal klein an.“

Brand im Mai 2022

Im Mai 2022 waren 60 Bootsschuppen in den Reihen 13 und 14 der Anlage in der Schillerstraße durch Brandstiftung zerstört worden. Der Schaden belief sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Insgesamt wurden 70 Schuppen zerstört, die Anlage umfasst mehr als 400 Unterstellmöglichkeiten.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden ein Jahr später eingestellt. Ein mutmaßlicher Brandstifter wurde ermittelt, konnte aber nicht mehr vor Gericht gestellt werden, da er Ende 2022 verstarb.

Neubau in Gemeinschaft

Nach der Beräumung der Trümmer musste zunächst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Architekt Uwe Wahrmann regte an, dass sich Pächter zu einer Bauherrengemeinschaft zusammenschließen. So entstand eine geschlossene Reihe aus 17 Schuppen.

Die 17 Bauherren teilten sich die Kosten. Am teuersten waren die elf Meter langen Gründungspfähle aus Stahl, die tief im sumpfigen Boden stecken. Innerhalb von gut vier Wochen errichtete die Firma Pewa aus Gielow die neuen Bootsschuppen. Zimmermann Max-Christian Voß sagte den Richtspruch.

Ausstattung und Farben

Dächer, Türen, Steganlagen und Verkleidungen fehlen noch, die Fertigstellung ist für den Herbst geplant. Der Architekt wählte skandinavische Farbtöne: blau, rot und gelb. Die Stadt verlangte farbenfrohe Gestaltung und Brandschutz: Die neuen Zwischenwände sollen 30 Minuten Feuerwiderstand bieten.

Die neuen Schuppen sind größer als die alten. Architekt Wahrmann sagt: „Der Trend geht vom Paddelboot zur Aida.“ Aus Sorge vor Neidern wollen die Pächter der Reihe 14 ihre Namen nicht in der Zeitung lesen.

Noch Lücken

Die Reihe ist noch nicht vollständig geschlossen. Einige Parzellen zur Schillerstraße sind weiterhin unbebaut. Der Architekt hofft, die übrigen Pächter bei einer Informationsveranstaltung im September zu überzeugen.