Tino Peisker ist offiziell als Leiter der Polizeiinspektion Neubrandenburg eingeführt worden. Die Zeremonie fand im Röbeler Bürgergarten statt. Peisker betonte dabei, dass es ihm nicht nur um Sicherheit, sondern auch um das Sicherheitsgefühl der Menschen gehe: „Mir ist wichtig, dass sich die Menschen im Landkreis auch sicher fühlen.“ Dazu gehöre, dass Bürger abends ohne Angst durch einen Park gehen können.
Verantwortung für mehr als 470 Mitarbeiter
Der 54-Jährige trägt auf seinem neuen Posten die Verantwortung für mehr als 470 Mitarbeiter und die Polizeiarbeit im gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Dazu gehören unter anderem die Polizeihauptreviere in Neubrandenburg, Demmin, Waren und Neustrelitz sowie die Reviere Malchin, Friedland und Röbel.
Karriere vom Bundesgrenzschutz zur Landespolizei
Tino Peiskers Polizeikarriere begann 1988 beim damaligen Bundesgrenzschutz. Vom mittleren Dienst führte ihn sein Weg über den gehobenen bis in den höheren Polizeivollzugsdienst. 2014 wechselte er von der Bundes- zur Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt leitete er seit September 2023 die Polizeiinspektion Anklam, bevor er Mitte Mai dieses Jahres die Leitung in Neubrandenburg übernahm. Nun erfolgte die offizielle Amtseinführung.
Polizeipräsident Heiko Tesch, auch erst seit Mitte Juli offiziell im Amt, würdigte den Werdegang des neuen Polizeichefs: „Deine intrinsische Motivation, deine Zielstrebigkeit, dein Leistungswillen und auch deine Beweglichkeit waren es, die dich über die Laufbahn des mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienstes in den höheren Dienst und damit in das Top-Leitungs-Management der Polizei geführt haben.“ Von seinem neuen Inspektionsleiter erwartet er neben fachlicher Führung zugleich, sensibel für „Bedarfe, Sorgen und Nöte“ der Mitarbeiter zu sein.
Polizei soll sichtbar und ansprechbar bleiben
Tino Peisker erklärte, dass Führung für ihn auch bedeute, trotz der zahlreichen Dienststellen Nähe zu den Mitarbeitern zu schaffen und sich auf deren unterschiedliche Bedingungen einzulassen. Polizei müsse zugleich den Kontakt zu den Menschen und anderen Akteuren im Landkreis halten.
Heiko Tesch formulierte den Anspruch: „Ich möchte, dass der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auch künftig eine sichere, weltoffene und tolerante Region ist, in der sich die Menschen – ob sie nun hier zu Hause oder zu Gast sind – sicher und wohlfühlen.“ Dafür brauche es eine „freundliche, sichtbare und professionelle Polizei“.
Dass dies schwieriger geworden ist, sprach auch Innenminister Christian Pegel an. Polizeibeamte würden zunehmend statt als Vermittler eher als Partei wahrgenommen und seien dabei auch verbalen Übergriffen ausgesetzt. Die große Mehrheit der Menschen bringe der Polizei jedoch weiterhin hohe Wertschätzung entgegen. „Diejenigen, die lautstark Grenzen überschreiten, dürfen diesen Blick nicht bestimmen“, so der Minister.
Polizei ringt um Nachwuchs
Eine Herausforderung bleibe zudem, genügend Nachwuchs für die Polizei zu gewinnen und ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen. Als Zielgröße nannte Christian Pegel weiterhin 6200 Beschäftigte bei der Landespolizei. Eine zweite große Aufgabe sei die Digitalisierung, die nach Pegels Meinung bei der Polizei wegen des Umgangs mit sensiblen persönlichen Daten komplizierter sei als in vielen anderen Bereichen.
Tino Peisker will dabei auch die Abläufe innerhalb der eigenen Behörde im Blick behalten und die Zusammenarbeit mit Partnern stärken. Grenzen seiner Fürsorge als Führungskraft zog er ebenfalls deutlich: Bei Extremismus oder wenn Polizeibedienstete Freude daran hätten, im Dienst Gewalt auszuüben, höre sein Verständnis auf.
Bei seiner Amtseinführung bekam der neue Inspektionsleiter einen Kompass überreicht. Er soll Peisker daran erinnern, auch in seiner neuen Verantwortung die eigenen Werte und Ziele im Auge zu behalten.