Industriehafen Ueckermünde: Neuer Betreiber ab 2027 gesucht
Industriehafen Ueckermünde: Neuer Betreiber ab 2027

Deutschlands östlichster Industriehafen in Ueckermünde-Berndshof ist weiterhin defizitär. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald sucht ab Januar 2027 einen neuen Betreiber, der langfristig den Hafen rentabel machen soll.

Umschlag zu gering für Kostendeckung

Der Hafen wird aktuell fast ausschließlich von der Torgelower Eisengießerei der Silbitz Group genutzt, die Rotornaben und andere große Gusselemente verschifft. Ein- bis zweimal jährlich wird Dünger für die Landwirtschaft entladen. Laut Kreissprecher Florian Stahlkopf ist der Umschlag zu gering, um kostendeckend zu arbeiten. In der Vergangenheit nutzten viele Unternehmen den Hafen, darunter die schwedische Firma Nordholz, die 2019 ihren Standort aufgab. Zu Spitzenzeiten zwischen 1999 und 2001 wurden hier 200.000 Tonnen Güter umgeschlagen.

Neuer Betreiber mit langfristigem Vertrag

Die Kreisverwaltung bemüht sich, ab Januar 2027 einen neuen Betreiber zu finden, der einen langfristigen Vertrag erhält. Gemeinsam soll ein tragfähiges Konzept entwickelt werden. Bis dahin bleibt die Wolgaster Hafengesellschaft Betreiber, die auf Basis kurzfristiger Verträge arbeitet. Diese Konstellation war nach der Geschäftsaufgabe des langjährigen Betreibers notwendig, um den Betrieb ohne Unterbrechung sicherzustellen.

Frühere Pläne und Herausforderungen

Bereits 2019 gab es Hoffnung auf Aufschwung, als sich die Schiffsanzahl verdoppelte. Doch die damalige Umschlaggesellschaft drohte 2023 mit dem Ausstieg, weil die Fahrrinne nicht auf 4,50 Meter ausgebaggert wurde. Geschäftsführer Heiko Haacker kritisierte, dass Schiffe nur mit halber Ladung einlaufen könnten. Das Unternehmen stieg aus, und der Landkreis fand mit der Wolgaster Hafengesellschaft einen neuen Partner. Zuvor hatte die Stadt Ueckermünde Interesse an einer Übernahme gezeigt, scheiterte aber 2022 am Kaufpreis und den Auflagen. Der Landkreis beendete die Gespräche, da die Vorteile des Hafens in eigener Hand überwogen.

Zu den anstehenden Aufgaben gehören die Ausbaggerung der Fahrrinne, die Beräumung der Spülfelder, Baumaßnahmen für die Betriebsgenehmigung und der Bau eines Schwerlast-Kais. Die Kosten hängen vom Nutzungskonzept und möglichen Förderungen ab.