Vorpommerns Arbeitsmarkt: Leichter Anstieg, Herbstbelebung erwartet
Vorpommerns Arbeitsmarkt vor dem Herbstbeginn

Die Arbeitsmarktstatistik steckt augenscheinlich noch im Sommerloch. Obwohl unter der Oberfläche Bewegung herrscht, ändern sich die Zahlen im Raum Vorpommern-Greifswald kaum. Etwas mehr Menschen als im Juli waren im August arbeitslos. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 9,1 Prozent. Die kommenden Monate versprechen mehr Dynamik und die Agentur für Arbeit Greifswald hat einige wichtige Hinweise für die Zukunft parat.

Arbeitslosigkeit steigt leicht an

Mit einem Bestand von 10.325 arbeitslosen Personen (gegenüber 10.281 im Juli) sind derzeit nach wie vor mehr als 10.000 Menschen im Landkreis arbeitslos. Im Vergleich zum August des vergangenen Jahres sind es immerhin ganze 400 Personen weniger. Damals lag die Arbeitslosenquote mit einem Bestand von 10.725 Personen bei 9,4 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, im Volksmund „bereinigte Arbeitslosenquote“ genannt, bekräftigt diese Darstellung. Sie ist mit 10,8 Prozent niedriger als im August des vergangenen Jahres (11,0 Prozent). Diese Quote bezieht jene Menschen ein, die in sogenannte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie etwa Sprachkurse oder Qualifizierungen eingebunden sind oder wegen einer Krankheit dem Arbeitsmarkt gerade nicht zur Verfügung stehen, daher aber nicht als arbeitslos erfasst werden.

Bewegung unter der Oberfläche

Auch wenn sich die Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich nur leicht veränderte, herrsche weiterhin Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. „Jeden Monat melden sich Personen neu arbeitslos, während andere eine neue Arbeitsstelle finden oder eine Weiterbildung beginnen“, erläutert Klaus-Peter Köpcke, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald.

Im August registrierte die Agentur 581 Arbeitslosmeldungen nach Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses. Ihnen standen 509 Menschen gegenüber, die sich aufgrund einer Arbeitsaufnahme aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten.

„Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Auch im August gab es Wechsel, wenn auch weniger dynamisch als im Frühjahr oder Herbst“, führt Koepcke aus. In den kommenden Monaten stehe dem Arbeitsmarkt jedoch mehr Bewegung bevor.

Denn nach dem Ende der Sommerferien sorgt die saisonale Herbstbelebung üblicherweise für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Doch schon kurz darauf droht die finstere Jahreszeit. „Spätestens ab November steigt die Zahl der Arbeitslosmeldungen saisonal bedingt wieder an“, prognostiziert der Agenturleiter.

Wer trödelt, könnte Geld einbüßen

Mit dem Ende der Sommerferien steuern indessen die touristisch ausgerichteten Unternehmen auch auf das Ende der Saison zu. „Wer in einer Saisonbeschäftigung tätig ist und gerade noch alle Hände voll zu tun hat, sollte allerdings jetzt schon das Ende seines Arbeitsverhältnisses im Blick haben“, rät Klaus-Peter Köpcke. Wenn ein Beschäftigungsverhältnis ende, sei es wichtig, sich schnell arbeitsuchend zu melden.

Bei befristeten Verträgen müsse dies spätestens drei Monate vor Ende der Beschäftigung und bei kurzfristigen Kündigungen innerhalb von drei Tagen nach Bekanntwerden gemeldet werden. Wer sich nicht pünktlich arbeitsuchend melde, dem drohe eine Sperrzeit und damit eine Woche weniger Arbeitslosengeld, wie Köpcke erklärt. Auch die fristgerechte Arbeitslosmeldung, spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit, ist Grundvoraussetzung für das Arbeitslosengeld.

„Wir versuchen, das gemeinsam mit unseren Kunden möglichst zu vermeiden, denn was nach wenig klingt, kann dennoch belastend für den Einzelnen werden. Dennoch kommt es vor, dass die Frist verpasst wird. Die Sperrzeiten sind eine Rechtsfolge und liegen nicht in unserem Ermessen“, ordnet der Agenturleiter ein.

Online-Antrag und freie Ausbildungsplätze

Viele dieser Schritte lassen sich mittlerweile bereits bequem vom Sofa aus erledigen. „Es ist mittlerweile möglich, den gesamten Prozess von der ersten Meldung bis zum Antrag auf Arbeitslosengeld digital zu erledigen - rund um die Uhr von zu Hause.“ Voraussetzung ist die Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises oder ein elektronischer Aufenthaltstitel. Auch persönliche Termine können auf der Internetseite der Agentur für Arbeit gebucht werden.

Diese hilft unentschlossenen Ausbildungssuchenden auch bei der Berufswahl. Denn aktuell suchen Betriebe aus den verschiedensten Branchen noch Auszubildende für rund 300 freie Ausbildungsplätze. „Darunter sind auch Berufe, die den meisten weniger bekannt sind, aber gute Berufsperspektiven bieten, darunter Brunnen- und Wasserbauer, Gießereimechaniker, Kanalbauer, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Umwelttechnologe und einige mehr“, wie die Agentur wissen lässt.