Busverkehr in Neubrandenburg wird ab 2027 günstiger
Neubrandenburg: Busfahren wird ab 2027 günstiger

Die Übernahme des Busverkehrs in Neubrandenburg durch die kreiseigene Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG) ab 1. Januar 2027 bringt für die Fahrgäste in der Vier-Tore-Stadt günstigere Fahrpreise. Das ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Stadt und Landkreis, die seit Jahresbeginn in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe geführt wurden. Fast alle Modalitäten sind geklärt, lediglich der endgültige Kaufpreis für die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe (NVB) steht noch aus.

Fahrplan bleibt, Preise sinken

Für die Fahrgäste in der Stadt Neubrandenburg ändert sich mit dem Jahreswechsel im Fahrplan nichts. Ab 1. Januar 2027 sollen die Busse genauso fahren wie bis zum Jahresende. Die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe sollen noch für eine Übergangszeit als Tochter der MVVG weiter existieren, aber innerhalb des Jahres 2027 in der kreiseigenen Busgesellschaft aufgehen.

MVVG-Geschäftsführer Torsten Grahn versicherte auf Nordkurier-Nachfrage, dass der sogenannte Wabentarif dann auch für den Stadtverkehr gelten soll. Ganz Neubrandenburg werde als eine Wabe betrachtet. Ein Einzelfahrschein, der seit Jahresbeginn in Neubrandenburg 2,50 Euro kostet, wäre dann für 1,90 Euro erhältlich. Ein Senioren-Tagesticket würde bei 2,70 Euro liegen. Alle Ticketpreise sind auf der Internetseite der MVVG (mvvg-bus.de) aufgeführt.

Kreistag soll Übernahme beschließen

Für die nächste Kreistagssitzung im Oktober hat die Kreisverwaltung alle Ergebnisse der Verhandlungen zusammengefasst. Die Kreistagsmitglieder sollen die Übernahme der NVB durch die MVVG zum 1. Januar 2027 und die anschließende Verschmelzung beider Gesellschaften beschließen sowie dem Landrat das Mandat für den Abschluss der entsprechenden Verträge ausstellen. Am Ende bleibt nur die MVVG übrig, die dann für zunächst zehn Jahre Laufzeit den Busverkehr im Landkreis alleine bedienen wird. Ein weiterer Punkt der Vorlage ist die Übertragung eines Anteils von 12,3 Prozent an der Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen, der derzeit noch von der NVB gehalten wird, an den Landkreis.

Die beiden Amtsleiter Axel Chudy und Dirk Rautmann erläuterten in einigen Kreistagsausschüssen den Stand der Übernahmegespräche. Man habe in der Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt Neubrandenburg und der kommunalen Stadtwerke als Muttergesellschaft der NVB Einigkeit über die Bewertungsgrundlagen für den Kauf der Verkehrsbetriebe durch die MVVG erzielt. Für eine genaue Kaufsumme müsse noch der Jahresabschluss 2026 abgewartet werden. Den Kreistagsmitgliedern wurde aber schon mal eine vorläufige Berechnung des Unternehmenswertes vorgelegt, der danach bei rund 2,5 Millionen Euro liegt. Je nach Bilanz zum Jahresende kann es davon aber noch Abweichungen geben.

Tarifüberleitungsvertrag für Busfahrer

Klarheit gibt es bereits für die gut 50 Busfahrer der Verkehrsbetriebe. Es sei ein Tarifüberleitungsvertrag für die NVB-Beschäftigten ausgehandelt worden, der eine Besitzstandswahrung beinhalte. Keinem Busfahrer solle etwas weggenommen werden, versicherte Dirk Rautmann. Torsten Grahn ergänzte auf Nachfrage, dass die MVVG auf die Busfahrer aus Neubrandenburg setze und hoffe, dass möglichst alle zum neuen Arbeitgeber wechseln.

Neben den Bussen für den Stadtverkehr in Neubrandenburg – darunter sechs Elektro-Busse – soll auch das Fahrgastschiff „Uns Fritzing“ auf dem Tollensesee von der MVVG übernommen und weiterhin betrieben werden. Nicht übernehmen werde die MVVG hingegen das Gebäude der Mobilitätszentrale am Neubrandenburger Busbahnhof, erklärte Dirk Rautmann. Hier werde man weiterhin nur als Mieter Räumlichkeiten nutzen.

Landkreis erhöht Anteil am Flughafen

Das Land Mecklenburg-Vorpommern muss dem ganzen Prozedere noch zustimmen. Doch das wird vom Kreis nicht als problematisch angesehen. Axel Chudy deutete an, dass Schwerin den Stand der Gespräche kenne und Einverständnis signalisiert habe.

Im Zuge des Kaufs der NVB wurde schließlich auch geklärt, was mit dem Anteil von 12,3 Prozent am Flughafen Trollenhagen, den die Verkehrsbetriebe derzeit halten, passieren soll. Dieser geht nicht an die MVVG, sondern wird vom Landkreis übernommen. Die Seenplatte würde damit ihren Anteil an der Airport-Gesellschaft auf 42,3 Prozent erhöhen. Mehrheitsgesellschafterin bleibt die Stadt Neubrandenburg mit 56,3 Prozent, ein kleiner Anteil von 1,4 Prozent liegt bei der Gemeinde Trollenhagen.