Zum Jahresende schließt die DRK-Kleiderkammer in Neustrelitz. Danach bleibt für Altkleider nur noch der Weg zum Wertstoffhof. Die Wertstoffhöfe der kreislichen Entsorgungsfirma Remondis in Neustrelitz und Demmin sind seit Mai des Vorjahres mit Altkleidercontainern ausgestattet, sagt Kreissprecherin Annett Thurm. Größere Mengen konzentrieren sich zudem bei der Ostmecklenburgisch Vorpommerschen Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD) in Rosenow.
Hintergrund: EU-Richtlinie und Container-Abbau
Im vergangenen Jahr sind fast alle Altkleidercontainer aus dem Stadtbild verschwunden, zunächst in Neustrelitz, dann auch in anderen Kommunen wie Mirow. Damit blieben nur noch die DRK-Kleiderkammern. Uwe Jahn, Geschäftsführer des DRK Mecklenburgische Seenplatte, erklärte dem Nordkurier bereits im November: „Nachdem zunächst die Kleidercontainer flächendeckend abgebaut werden mussten, da 90 Prozent der Sachen nicht verwertet werden konnten, blieben noch zwei Container direkt beim DRK stehen. Diese wurden aber mit Sachen geflutet, die zu 90 Prozent nicht verwertbar waren und anderweitig entsorgt werden mussten.“
Grund für die Entwicklung ist eine EU-Richtlinie: Alttextilien sollen seit dem 1. Januar 2025 grundsätzlich nicht mehr in den Hausmüll, sondern separat gesammelt werden, um sie wiederzuverwerten. Das gilt jedoch nur für noch nutzbare Kleidung, nicht für zerschlissene und kaputte Sachen. Die Unterscheidung erreichte die Menschen nicht richtig – sie warfen alle Textilien säckeweise in die Container. Das Aussortieren kostet Zeit und Geld.
Situation auf den Wertstoffhöfen
Die Container auf den Wertstoffhöfen hätten sich schnell gefüllt, daher wurden inzwischen mehr Container aufgestellt. In Neustrelitz stehen mittlerweile elf. Der beauftragte Dienstleister musste die Container zudem öfter leeren, um Überfüllungen möglichst zu vermeiden, so Annett Thurm.
Wann gehört Kleidung in den Restmüll?
„Alttextilien, die teilweise über den Sperrmüll entsorgt wurden, wurden im Rahmen der Sperrmüllbehandlung einer energetischen Verwertung zugeführt“, erklärt die Kreissprecherin weiter. Eine hochwertige stoffliche Verwertung sei in diesen Fällen nicht mehr möglich gewesen. Das habe mit zusätzlichen Kosten und erhöhtem Aufwand zu tun. Nur geeignete, saubere und trockene Textilien und Schuhe gehören in die Altkleidercontainer. Stark verschmutzte oder beschädigte Textilien sollen dagegen, wie bisher auch, über den Restmüll entsorgt werden.