Am heutigen Donnerstag, dem 10. September 2026, findet der bundesweite Warntag statt. In Mecklenburg-Vorpommern werden dabei zahlreiche Warnmittel getestet – von Sirenen über Smartphone-Apps bis hin zu Lautsprecherdurchsagen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich von den Signalen nicht erschrecken lassen.
Was genau wird getestet?
Der Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen. Er dient der Erprobung der Warnsysteme und findet in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. Getestet wird das Zusammenspiel der Warnsysteme in Deutschland – von der zentralen Auslösung bis zur Warnung auf den verschiedenen Endgeräten.
Gegen 11 Uhr wird eine Probewarnung verschickt, gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung. Die Probewarnung wird als Warntext an alle am Modularen Warnsystem (Mowas) des Bundes angeschlossenen Warnmultiplikatoren geschickt, zum Beispiel an Rundfunksender und App-Server. Diese Multiplikatoren versenden die Warnung zeitversetzt an Kanäle wie Fernseher, Radios und Smartphones.
Wer ist zuständig und wie viele Sirenen gibt es?
Zuständig sind auf Bundesebene das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), in den Ländern die Innenministerien und in den Kommunen die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden. Die Teilnahme am Warntag ist freiwillig, nicht alle Kommunen machen mit.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des Innenministeriums derzeit rund 1.700 Sirenen. Innenminister Christian Pegel betont: „Gemeinsam mit dem Bund, den Landkreisen und den kreisfreien Städten arbeiten wir kontinuierlich daran, die Warninfrastruktur weiter auszubauen und die verschiedenen Warnmittel besser miteinander zu verknüpfen.“
Was ist in den Städten geplant?
Der Warntag ermöglicht den Menschen, die verschiedenen Warnmittel kennenzulernen. In vielen Kommunen sind Aktionen geplant. In Stralsund zeigen die digitalen Anzeigen der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) eine Probewarnung an. Zusätzlich werden die Busfahrerinnen und Busfahrer über die Leitstelle informiert und geben eine Testdurchsage an die Fahrgäste weiter. Im Bereich Alter Markt und Hafeninsel wird eine Drohne mit einem Lautsprechersystem eingesetzt, die eine Probewarnung ausgibt.
In Greifswald lädt die Stadt von 10 bis 12 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in den Bürgerschaftssaal des Rathauses ein.
Warum gibt es den Warntag?
Am Warntag werden die technischen Warnsysteme auf ihre Belastbarkeit geprüft. Durch die bundesweite Probewarnung sollen mögliche Schwachstellen in den Warnabläufen aufgedeckt werden. So können technische und organisatorische Verbesserungen gezielt umgesetzt werden, damit Warnungen im Ernstfall schnell, zuverlässig und flächendeckend die Bevölkerung erreichen.
Gleichzeitig stärkt der Warntag das Bewusstsein der Bevölkerung für Warnungen. Wenn Abläufe und Warnwege bekannt sind, fällt es im Ernstfall leichter, richtig und schnell zu reagieren. Zu den genutzten Warnkanälen zählen unter anderem Radio, Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Anzeigetafeln, Smartphone-Apps, Cell Broadcast, Lautsprecherwagen und Sirenen.