Richtfest für Parchimer Hospiz Eldehaus gefeiert
Richtfest für Hospiz Eldehaus in Parchim

Das DRK-Kreisverband Parchim hat am 30. Juli 2026 Richtfest für das neue Hospiz „Eldehaus“ in der Brunnenstraße gefeiert. Das Gebäude soll etwa Mitte 2027 den Betrieb aufnehmen und wird das erste Hospiz im Landkreis Ludwigslust-Parchim sein.

Bedarf wird größer

„Es ist schon lange überfällig, dass ein solches Haus gebaut wird“, sagte Wolfgang Waldmüller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Parchim. „Der Bedarf wird immer größer.“ Auch Lukas Völsch, erster Stellvertreter des Landrates, freute sich: „Dass wir diesen Bedarf gedeckt bekommen.“

Das Hospiz entsteht im Parchimer Süden, direkt angrenzend an die Pestalozzi-Förderschule. Waldmüller betonte: „Von verschiedenen Seiten gab es damals Bedenken, ob der Standort der Richtige wäre. Aber für uns ist ganz klar, dass ein Hospiz nicht an den Stadtrand oder außerhalb gehört, sondern in die Mitte der Gesellschaft. Sterben gehört zum Leben dazu, und niemand, der sich auf seinem letzten Weg befindet, möchte an den Rand der Gesellschaft geschoben werden.“

Er verwies auf Hospize wie in Waren, die in der Nähe von Kindergarten und Schule lägen: „Hier kommen die Kinder ins Hospiz und es sind schöne Bilder, wenn sie mit den Gästen dort gemeinsam basteln, spielen oder Geschichten vorlesen.“

Zuspruch in der Bevölkerung

Gudrun Stein, Vorsitzende des Fördervereins, bemerkt eine wachsende Unterstützung: „Immer mehr Menschen fragen nach Möglichkeit zur Hilfe.“ Die Pflegesozialplanung zeige laut Völsch, dass ein Hospiz benötigt werde.

Regionale Handwerker beim Bau

Beim Richtfest dankte Waldmüller den Bauleuten: „Das Team von Universalbau Parchim und alle anderen Handwerker, die hier vertreten sind, leisten tolle Arbeit.“ Zimmermann Jonas hielt den Richtspruch und wünschte dem Hospiz mit dem traditionellen Glaswurf viel Glück.

Im „Eldehaus“ sollen künftig bis zu zehn Gäste begleitet werden. Alle Zimmer verfügen über bodentiefe Fensterelemente, ein eigenes Badezimmer und Glaskuppeln in der Dusche. Auch für Angehörige gibt es ein separates Zimmer, falls sie den letzten Weg begleiten möchten. Der Aufenthalt ist für Patienten und Angehörige kostenfrei.

Einen Platz kann ein Mensch erhalten, der nach ärztlicher Diagnose austherapiert ist. Die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten für die Betreuung. „Wir wollen dem Gast jeden Wunsch, so gut es geht, erfüllen. Wenn er ein Steak und ein Bier möchte, dann soll er das bekommen“, so Waldmüller.

Hospiz auf Spenden angewiesen

Jährlich müssen fünf Prozent der Kosten durch Spendengelder finanziert werden. „Ein Hospiz ist nie vollständig ausfinanziert. Deshalb haben wir einen Förderverein gegründet“, erklärte Waldmüller. „Wir freuen uns aber über jeden, der uns unterstützt. Sei es finanziell oder beispielsweise mit Dekoration, Blumen oder Kuchen - da gibt es viele Möglichkeiten.“

Bis zur Eröffnung in der ersten Jahreshälfte 2027 ist noch einiges zu tun. Waldmüller betonte: „Wir sind sehr dankbar, dass wir Unternehmen aus der Region für das Projekt gewinnen konnten. Denn nichts anderes kam für uns infrage. Wir wollen, dass das Haus von Menschen und Firmen aus der Region für Menschen in der Region gebaut wird.“