Nach Razzia: Schlossherr Steinbeck greift Ermittler an
Nach Razzia: Schlossherr Steinbeck greift Ermittler an

Gut 13 Monate nach der Großrazzia auf Schloss Jessenitz südlich von Schwerin fordert Schlossherr Philip Steinbeck nun selbst Aufklärung. Der 61-jährige Unternehmer und AfD-Politiker wirft den Behörden vor, die Ermittlungen aus politischen Gründen zu verschleppen. Die Staatsanwaltschaft Schwerin erklärte auf Anfrage lediglich, dass die Untersuchungen, insbesondere der sichergestellten Waffen, weiter andauern.

Razzia mit 60 Polizisten und SEK

Anfang August 2025 hatten mindestens 60 Polizisten, darunter ein Spezialeinsatzkommando, das Schloss gestürmt. Die Staatsanwaltschaft sprach damals von Waffen- und Sprengstofffunden. Innenminister Christian Pegel (SPD) nannte die Funde alarmierend. Steinbeck bestreitet die Vorwürfe bis heute und betont, er sei Sportschütze und die gefundenen Gegenstände – darunter eine Panzerfaust und ein Maschinengewehr – seien lediglich Deko-Waffen gewesen. Beim Sprengstoff habe es sich um Schwarzpulver für Vorderlader gehandelt.

Steinbeck spricht von politischer Motivation

Steinbeck kritisiert vor allem die mediale Berichterstattung: Während andere Tatverdächtige anonymisiert würden, sei er bundesweit mit vollem Namen in den Abendnachrichten genannt worden. Seine Reputation sei zerstört, sein Leben auf den Kopf gestellt. „Das stinkt doch gewaltig“, so der 61-Jährige. Er unterstellt eine politische Motivation für den gesamten Vorgang.

Verfahren gegen Unbekannt eingestellt

Zudem wirft Steinbeck der Polizei vor, Hinweise auf einen illegalen Zugang zum Schloss vor der Razzia nicht weiter verfolgt zu haben. Auch eine schwere Beschädigung eines Reifens an seinem Auto hatte er zur Anzeige gebracht – für ihn ein klarer Anschlag. Die Ermittlungen dazu wurden jedoch eingestellt, was Steinbeck als „absolut unverständlich“ bezeichnet. Er will die Vorgänge nun von Dritten überprüfen lassen, bis hin zu Kontakten in die USA.

Die AfD hatte nach der Razzia ein Parteiausschlussverfahren gegen Steinbeck eingeleitet. Das Urteil des Landeschiedsgerichts liegt ihm inzwischen vor – dagegen geht er über die Bundespartei vor.