Windpark Jördenstorf: Sieben Anlagen gehen Ende September in Betrieb
Windpark Jördenstorf: Anlagen starten Ende September

Die Gemeinde Jördenstorf hat am Sonnabend einen neuen Windpark eingeweiht. Die sieben Anlagen der Firma wpd stehen auf einer Freifläche am Gehmkendorfer Ortseingang. Sie bringen eine Gesamtleistung von 35 Megawatt und sollen nach Unternehmensangaben rund 23.800 Haushalte versorgen. Der erzeugte Strom wird in ein neues Umspannwerk in Dölitz eingespeist.

Regelbetrieb ab Ende September

Der Regelbetrieb ist für Ende September vorgesehen, teilte Projektleiter Nils Langer mit. Die Einweihung wurde am Sonnabend mit einem Fest gefeiert, bei dem die Prinzengarde des CCJ auftrat und Kremserfahrten angeboten wurden.

Das Vorhaben wurde bereits 2007 angestoßen. Nach Angaben von wpd-Team- und Niederlassungsleiter Jörn Kolbe hätten schon 2014 erste Anlagen laufen können. Geänderte politische Rahmenbedingungen und eine Klage des Naturschutzbundes (Nabu) wegen der örtlichen Schreiadler-Population verzögerten das Projekt. Die rechtlichen und fachlichen Fragen seien inzwischen geklärt.

Schutz für Schreiadler und Fledermäuse

Um den Schreiadler zu schützen, werden die sieben wpd-Anlagen von Mitte Juni bis Mitte September abgeschaltet. Eine benachbarte Betreiberfirma mit fünf weiteren Windrädern könne ohne diese Abschaltungen arbeiten, so Kolbe.

In den ersten zwei Betriebsjahren stoppen die wpd-Anlagen zudem täglich in der Zeit von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang. In dieser Zeit läuft ein Fledermaus-Monitoring. An den Türmen sind Mikrofone installiert, die Rufe aufzeichnen und Arten zuordnen, erklärte Projektleiter Langer.

Vorteile für Gemeinde und Anwohner

Auch die Gemeinden profitieren. Sie erhalten 143.000 Euro durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Anwohner im Umkreis von 2,5 Kilometern können sich für einen Strombonus registrieren. Eine Familie mit zwei Kindern könne so die Haushaltskasse um knapp 400 Euro im Jahr entlasten.

Reaktionen aus der Region fallen gemischt aus. „Die Atomkraftwerke wurden abgeschaltet und irgendwo muss der Strom ja herkommen“, sagt der Jördenstorfer Klaus-Peter Neumann. Seine Frau Gudrun betont, wichtig sei die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Hans-Jürgen und Rita Wegner nutzten die Eröffnung, um ein Windrad von innen zu besichtigen. „Ich wusste nicht, wie groß es ist und hätte auch nicht gedacht, dass es einen Fahrstuhl besitzt“, sagt Rita Wegner. Petra Schuldt kritisiert die Optik der bis zu 125 Meter hohen Anlagen und hofft, vom Lärm der sich drehenden Räder nicht so stark betroffen zu sein.