In der Laascher Straße und der Otto-Lilienthal-Straße in Neustadt-Glewe sollen Sicherheitskräfte für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Stadt und die Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (Wobau) haben einen Sicherheitsdienst engagiert, nachdem Lärmbelästigung, Müll und Vandalismus zugenommen haben.
Probleme seit 2015, Zustände verschärft
Bürgermeister Steffen Klieme erklärt: „Die Probleme haben wir in diesem Wohngebiet schon seit 2015, aber jetzt haben sich die Zustände dramatisch verschlechtert.“ Zuvor hatten die Wobau und die Stadt versucht, die Mieter über Aushänge zu mehr Rücksicht zu bewegen. „Teilweise wurde bis Mitternacht auf dem Spielplatz Party gemacht, und das geht einfach nicht“, so Klieme. Klärungsversuche seien gescheitert.
Die Polizei habe in der Vergangenheit unterstützt, sei aber chronisch unterbesetzt. Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, bestätigt ein erhöhtes Einsatzaufkommen: „Dabei handelt es sich meist um Lärmbelästigung oder Vandalismus. Diesbezüglich sind wir immer im engen Austausch mit der Stadt und der Wobau.“
Sicherheitskräfte seit zwei Wochen im Einsatz
Seit gut zwei Wochen sind mehrere Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma täglich ab 17 Uhr vor Ort. „Die Sicherheitskräfte kommen mit den Menschen ins Gespräch, helfen bei Problemen und dokumentieren das Geschehen“, erklärt Klieme. Die Mieter wurden per Aushang informiert. Ziel ist es, Störer zu identifizieren und rechtliche Schritte einzuleiten – bis hin zur Beendigung des Mietverhältnisses.
„In den Häusern wohnen auch viele Senioren, die nicht wegziehen wollen oder es zum Beispiel finanziell auch nicht können. Und deswegen müssen wir uns jetzt kümmern“, ergänzt der Bürgermeister. Die Gleichstellungsbeauftragte Karoline Herrmann unterstützt den Einsatz: „Leider fühlen sich Ältere aber auch Frauen und Kinder vor Ort nicht mehr sicher. Und das können wir so nicht akzeptieren.“
Test bis Ende September, Kosten trägt die Wobau
Der Sicherheitsdienst im Wohngebiet um die Karl-Scharfenberg-Schule ist zunächst ein Test, der bis Ende September läuft. Die Kosten übernimmt die Wobau. „Ihre Präsenz hat bereits Wirkung gezeigt. Es ist weniger Müll vor Ort und auch die Lärmbelästigung ist zurückgegangen“, so Klieme.
Sollte sich der Einsatz bewähren, kann sich der Bürgermeister eine Verlängerung vorstellen: „Wir werden das solange machen, bis dort wieder Ruhe herrscht. Die Bürger wollen in einem entspannten und sauberen Umfeld leben.“ Herrmann will zudem den städtischen Jugendclub wiederbeleben, damit Kinder und Jugendliche einen Anlaufpunkt haben.